2024—2025

Grzegorz Ochała

Nubiologie, Universität Warschau

Grzegorz Ochała ist seit 2010 als Assistenzprofessor an der Fakultät für Archäologie der Universität Warschau tätig. Zwischenzeitlich hatte er Postdoc-Stellen an der Universität Genf (2012–2013, Sciex-Programm) und der Universität Leiden (2019–2021, Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen-Programm) inne. Er ist Autor von zwei Monografien (Chronological System of Christian Nubia, Warschau 2011; Life and Death at a Nubian Monastery, Turnhout 2022) und einer Reihe von Artikeln in Fachzeitschriften und Gemeinschaftspublikationen. 

Ochała hat einen Abschluss in Archäologie, ist aber auf Epigraphik und Papyrologie des spätantiken und mittelalterlichen Niltals spezialisiert, mit besonderem Schwerpunkt auf den christlich-nubischen Königreichen Nobatia, Makuria und Alwa. In seiner Forschung versucht er, die in der Region lebende Gesellschaft, ihre Geschichte, Kultur und Sprachmuster zu verstehen, vor allem anhand von griechischen, koptischen, altnubischen und arabischen Quellen, ohne jedoch auf die Analyse archäologischer und kunsthistorischer Zusammenhänge zu verzichten. Zu den von Ochała untersuchten Themen gehören vor allem die Frage der christlich-nubischen Mehrsprachigkeit und der Schreibgewohnheiten, der liturgische Kalender der nubischen Kirche, die erinnerungsbildende Funktion der Epigraphik oder die Tradition der christlichen Grabepigraphie im Niltal. 

Ochałas Forschungsarbeit am HIAS ist die Fortsetzung seines früheren Projekts zur christlich-nubischen Onomastik, das zur Erstellung einer frei zugänglichen Datenbank von Namen führte, die in schriftlichen Quellen aus der Region vorkommen (www.dbmnt.uw.edu.pl). Jetzt soll das gesammelte Material genutzt werden, um einen einzigartigen Einblick in die nubische Identität zu gewinnen, wie sie durch das intimste Identifikationsmerkmal, den eigenen Namen, zum Ausdruck kommt. Die geplante Monographie wird sowohl technische und philologische Aspekte (diachrone und synchrone Analysen des Vorkommens von Namen, Typologie von Namen und Variationen in ihren Formen) als auch die soziale Dimension der mittelalterlichen nubischen Anthroponymie (Entschlüsselung der ethnischen, sprachlichen, religiösen usw. Bedeutung von Namen) abdecken. 

Grzegorz Ochałas Tandempartner ist Alessandro Bausi, Professor für Afrikanistik und Äthiopistik an der Universität Hamburg. 

 Sein HIAS-Fellowship wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern der Universität Hamburg finanziert.  

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Grzegorz Ochała

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Universität Hamburg

Tandem

Alessandro Bausi, Professor für Afrikanistik und Äthiopistik, Universität Hamburg