Ausschreibungen / Calls

Aktuelle Ausschreibungen:


CALAS/HIAS Fellowship Hamburg/Bielefeld 2027

Radikale geopolitische Veränderungen und regionaler Wandel in Lateinamerika

Das Maria Sibylla Merian Center for Advanced Latin American Studies (CALAS) und das Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) vergeben Stipendien an herausragende Wissenschaftler:innen und Künstler:innen aus lateinamerikanischen Forschungseinrichtungen, damit diese ihre Forschungsprojekte vier Monate lang vor Ort in Hamburg und zwei Monate lang an der Universität Bielefeld durchführen können.

Diese Ausschreibung für ein Fellowship am Hamburg Institute for Advanced Study und an der Universität Bielefeld richtet sich an interdisziplinäre Forscher:innen mit Projekten, die politische Entwicklungen, Kooperationen, Perspektiven und Visionen beleuchten, die derzeit in Lateinamerika als Reaktion auf geopolitische Veränderungen und die konfliktreiche interne Fragmentierung der südlichen Hemisphäre des amerikanischen Doppelkontinents stattfinden. CALAS und HIAS begrüßen Bewerbungen, die sich speziell mit aktuellen Transformationsprozessen befassen.

Wie der Rest der Welt erlebt auch Lateinamerika derzeit radikale geopolitische Veränderungen. Die Region befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen verschiedenen wirtschaftlichen, politischen und sogar militärischen Einflüssen und Interventionen, wobei die Vereinigten Staaten, China und die Europäische Union die wichtigsten Konkurrenten sind. Insbesondere die neue Außenpolitik der USA hat tiefgreifende Veränderungen mit sich gebracht. Vor diesem Hintergrund wird das Konzept der lateinamerikanischen Einheit, das oft als „Unser Amerika“ symbolisiert wird, kontinuierlich auf die Probe gestellt.

Gleichzeitig sind die Länder der Region politisch gespalten. Die Beziehungen zwischen den lateinamerikanischen Ländern werden durch Migration, Populismus, Umweltkrisen sowie den Einfluss von organisierter Kriminalität und Nationalismus innerhalb der Region neu definiert, wobei diese Faktoren mit externen globalen Einflüssen interagieren. Welche neuen Konstellationen von Solidarität, Zusammenarbeit, Abgrenzung und gesellschaftlicher Vision entstehen in Lateinamerika und der Karibik? Wie positionieren sich die lateinamerikanischen Länder im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten, China und der Europäischen Union? Wie könnten Antworten Lateinamerikas aussehen? Welche lateinamerikanischen Zukunftsvisionen zeichnen sich ab?

Forscher:innen aller Fachrichtungen und in allen Phasen ihrer Karriere, nach ihrer Promotion, , sind herzlich eingeladen, sich zu bewerben. Diese Ausschreibung steht Bewerber:innen aus allen lateinamerikanischen Ländern offen und deckt ein breites Spektrum an Disziplinen der Sozial- und Geisteswissenschaften ab, insbesondere Literatur- und Kulturwissenschaften, politische Soziologie, Geschichte und Gender Studies.

Die Bewerber:innen müssen in ihren Fachgebieten international anerkannt sein, Kreativität und Originalität in ihren interdisziplinären Ansätzen unter Beweis stellen und die Bereitschaft sowie Neugierde zeigen, sich in eine multidisziplinäre Gemeinschaft von Forscher:innen und Künstler:innen zu integrieren. Darüber hinaus wird von den Bewerber:innen erwartet, dass sie durch Vorträge und ähnliche Aktivitäten mit der Öffentlichkeit in Kontakt treten. Fundierte Englischkenntnisse in Wort und Schrift sind unerlässlich.

Das CALAS/HIAS-Fellowship bietet ein vergütetes Stipendium für einen viermonatigen Aufenthalt am Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) in Hamburg (Februar bis Mai 2027) und zwei Monate am Center for InterAmerican Studies (CIAS) der Universität Bielefeld (Juni und Juli 2027). Dieses Stipendienprogramm deckt die monatlichen Lebenshaltungskosten, die Krankenversicherung, Arbeitsmaterialien, Visakosten und sonstige damit verbundene Ausgaben ab. Für diejenigen Bewerber:innen, die ihr Gehalt aus einer Festanstellung beziehen, kann das Stipendium zur Finanzierung einer Lehrvertretung während ihrer Abwesenheit verwendet werden. Darüber hinaus deckt das Stipendium die Kosten für den Hin- und Rückflug nach Deutschland.

Die Stipendiat:innen sind verpflichtet, während der gesamten Dauer des Stipendiums in Hamburg und Bielefeld zu wohnen und an den von der jeweiligen Einrichtung organisierten Aktivitäten und Veranstaltungen teilzunehmen.

Während des Aufenthalts stellen HIAS und die Universität Bielefeld der/m Gastwissenschaftler:in einen Arbeitsplatz mit Internetzugang sowie die Infrastruktur der Universität (Bibliothek usw.) zur Verfügung. Darüber hinaus erhalten sie Unterstützung bei der Wohnungssuche, der Erledigung bürokratischer Formalitäten vor Ort, der Beschaffung des erforderlichen Visums usw.

CALAS/HIAS setzt sich für Inklusion und Geschlechtergleichstellung ein. Bewerbungen von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind ausdrücklich willkommen. CALAS/HIAS heißt auch begleitende Kinder und Familienangehörige der Stipendiaten herzlich willkommen.

Geplante Aufgaben für das CALAS/HIAS Fellowship in Hamburg und Bielefeld

  • Entwicklung eines Forschungsprojekts, das sich auf den thematischen Schwerpunkt der Ausschreibung und deren zentrale Forschungsfragen bezieht. Idealerweise weist das Projekt ein hohes Maß an interdisziplinärer Offenheit auf.
  • Veröffentlichung der Forschungsergebnisse (wissenschaftliche Artikel).
  • Durchführung einer Lehrveranstaltung im Masterstudiengang Interamerikanistik an der Universität Bielefeld (auf Englisch oder Spanisch). Die Lehrveranstaltung sollte die Organisation von Prüfungen und anderen Methoden der Studierendenbewertung umfassen.
  • Durchführung von mindestens einer öffentlichen wissenschaftlichen Aktivität (Vortrag, Konferenz, Kolloquium) an jeder Gastinstitution während des Aufenthalts.
  • Erstellung eines 5-seitigen Abschlussberichts über alle während der Stipendienlaufzeit durchgeführten Aktivitäten.

Bewerbung:

Füllen Sie das Online-Bewerbungsformular aus und fügen Sie die folgenden Dokumente in englischer Sprache als PDF-Dateien bei:

  • Ein Anschreiben, das folgende Punkte beinhalte sollte:

    o Wie fügt sich das Projekt in das CALAS/HIAS-Stipendium ein?

    o Welche Erwartungen verbinden Sie mit der Durchführung des Projekts?

  o Kurze Informationen darüber, inwiefern das Projekt mit den Forschungsaktivitäten einer der neun HIAS-Mitgliedsinstitutionen in Hamburg übereinstimmt.

  • Nennen Sie eine/n akademischen Kooperationspartner:in in Hamburg, mit der/m Sie bereits zusammenarbeiten oder mit der/m Sie eine Zusammenarbeit beginnen möchten. Wenn Sie noch keine/n Kooperationspartner:in in Hamburg haben, wirkt sich dies nicht negativ auf Ihre Bewerbung aus.  HIAS unterstützt Sie bei der Kontaktaufnahme mit lokalen Forschenden, sobald Ihre Bewerbung erfolgreich war.
  • Kurze Stellungnahme dazu, wie Ihr Forschungsprojekt vom interdisziplinären Austausch mit der multidisziplinären Fellows-Gruppe bei HIAS profitieren würde.
  • Zweiseitiger Lebenslauf mit einer Liste von maximal 15 relevanten Publikationen und Lehrveranstaltungen in englischer und/oder deutscher Sprache.
  • Zusammenfassung des Forschungsprojekts, einschließlich eines Zeitplans und eines Arbeitsplans (maximal 2.000 Wörter). Das vorgeschlagene Projekt eröffnet neue Perspektiven/Denkansätze und zeigt das Potenzial für Verbindungen zu anderen Disziplinen auf.
  • Interdisziplinäre Lehrveranstaltung für Kassel: (max. 1 Seite mit Titel und kurzer Kursbeschreibung – 200 Wörter), die an der Universität Kassel (auf Englisch oder Deutsch) gehalten werden soll.
  • Kopie der Promotionsurkunde.

Zeitplan:

  • Bewerbungsschluss: 17. Mai 2026
  • Bekanntgabe der Ergebnisse: 15. Juli 2026
  • Beginn des Stipendiums: 1. Februar 2027 (Februar bis Mai in Hamburg; Juni und Juli in Bielefeld).

Weitere Informationen zum CALAS-BI/HIAS-Stipendium:

Prof. Dr. Wilfried Raussert, Universität Bielefeld, E-Mail: calas@uni-bielefeld.de


CALAS-HIAS Research Fellowship Hamburg/Kassel 2027

Feminismus, Rohstoffabbau, Kultur und Kunst unter autoritären Tendenzen: Perspektiven aus Lateinamerika

Das Maria Sibylla Merian Center for Advanced Latin American Studies in the Humanities and Social Sciences (CALAS) und das Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) laden herausragende Wissenschaftler:innen aus Lateinamerika und der Karibik ein, Forschungsprojekte mit einer Gesamtdauer von sechs Monaten durchzuführen – vier Monate in Hamburg und zwei Monate an der Universität Kassel.

Das diesjährige Fellowship befasst sich mit den aktuellen autoritären Backlashes in Lateinamerika. Wie in anderen Regionen der Welt und vor dem Hintergrund des Aufstiegs rechtsextremer, antidemokratischer politischer Kräfte sind Errungenschaften in den Bereichen demokratischer Pluralismus, kulturelle Vielfalt, Ästhetik und Kunst, Geschlechtergleichstellung und Diversität sowie Umweltrechte und -normen in Lateinamerika derzeit bedroht. Diese Entwicklungen sind besonders in den Bereichen Gender, Umwelt, Kultur und Kunst spürbar. Sie gehen einher mit der Normalisierung antifeministischer Rhetorik und Politik, einschließlich Angriffen auf reproduktive Rechte und Geschlechtergleichstellung; der Vertiefung extraktivistischer Wirtschaftssysteme (Bergbau, Agrarindustrie, fossile Brennstoffe), die oft durch nationalistische oder „entwicklungspolitische“ Narrative gerechtfertigt werden; der Aushöhlung des Umweltschutzes und der Kriminalisierung von Umweltaktivisten, kultureller Regression und der Entstehung neuer Ästhetiken.

Auseinandersetzungen rund um Geschlechterfragen, kulturelle Vielfalt und Geschlechtervielfalt haben sich zu einem der dynamischsten Bereiche der politischen Neukonfiguration von Konflikten in Lateinamerika entwickelt. Die Ausbreitung feministischer und LGBTQ+-Bewegungen ging einher mit dem Aufkommen antifeministischer Gegenbewegungen und Kampagnen gegen die sogenannte „Gender-Ideologie“, die rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Geschlechtergleichstellung und Vielfalt fördern, direkt in Frage stellen. Ebenso sind Auseinandersetzungen rund um die Umweltagenda zu einer wachsenden Quelle politischer Spannungen in Lateinamerika geworden, in einem Kontext, der durch sich verschärfende sozio-ökologische Konflikte, die Ausweitung der Rohstoffwirtschaft und die zunehmende öffentliche Sichtbarkeit der Klimakrise geprägt ist. Gleichzeitig haben autoritäre und ultraliberale Tendenzen zu einem verschärften Kampf um Information und Wissen, zum Anstieg von Hassreden und zu einer (politischen) Kultur des Misstrauens, der Individualisierung und der Angst geführt. Kulturelle Regressionen zeigen sich auch in Angriffen auf Kunst und künstlerische Ausdrucksformen sowie in der Entstehung neuer Ästhetiken von Macht und Herrschaft.

Auseinandersetzungen rund um Geschlechterfragen, kulturelle Vielfalt und Geschlechtervielfalt haben sich zu einem der dynamischsten Bereiche der politischen Neukonfiguration von Konflikten in Lateinamerika entwickelt. Die Ausbreitung feministischer und LGBTQ+-Bewegungen ging einher mit dem Aufkommen antifeministischer Gegenbewegungen und Kampagnen gegen die sogenannte „Gender-Ideologie“, die rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Geschlechtergleichstellung und Vielfalt fördern, direkt in Frage stellen. Ebenso sind Auseinandersetzungen rund um die Umweltagenda zu einer wachsenden Quelle politischer Spannungen in Lateinamerika geworden, in einem Kontext, der durch sich verschärfende sozio-ökologische Konflikte, die Ausweitung der Rohstoffwirtschaft und die zunehmende öffentliche Sichtbarkeit der Klimakrise geprägt ist. Gleichzeitig haben autoritäre und ultraliberale Tendenzen zu einem verschärften Kampf um Information und Wissen, zum Anstieg von Hassreden und zu einer (politischen) Kultur des Misstrauens, der Individualisierung und der Angst geführt. Kulturelle Regressionen zeigen sich auch in Angriffen auf Kunst und künstlerische Ausdrucksformen sowie in der Entstehung neuer Ästhetiken von Macht und Herrschaft.

Wir laden herausragende Wissenschaftler:innen ein, sich kritisch mit diesen Dynamiken auseinanderzusetzen, indem sie sich auf eine der folgenden drei thematischen Dimensionen konzentrieren. Vorschläge, die Verbindungen zwischen mindestens zwei Dimensionen herstellen, sind besonders willkommen:

Feminismus und Autoritarismus

  • Wie wird der Angriff auf den Feminismus instrumentalisiert, um Unterdrückung, Kontrolle und den Abbau von Rechten zu rechtfertigen?
  • Wie reagieren Bewegungen, um diesen Angriffen entgegenzuwirken?

Dieser Schwerpunkt untersucht den strategischen Einsatz antifeministischer Rhetorik – vom Mythos der „Gender-Ideologie“ bis hin zur Kriminalisierung von Abtreibung und LGBTQ+-Rechten – als zentrale Säule autoritärer Projekte. Sie untersucht, wie patriarchale und heteronormative Normen durch Gesetzgebung, Bildung, Medien und digitale Plattformen institutionalisiert werden. Darüber hinaus begrüßen wir Forschungsarbeiten zu den geschlechtsspezifischen Auswirkungen des Autoritarismus, zu dessen Schnittstellen mit Anti-Umweltschutz und anti-indigenen Positionen sowie zum kulturellen und politischen Widerstand feministischer, indigener und LGBTQ+-Bewegungen. Wir begrüßen daher auch Forschungsarbeiten zu emanzipatorischen Praktiken und Solidaritätsnetzwerken der sozialen Reproduktion, die patriarchale und autoritäre Macht in Frage stellen.

Rohstoffabbau und Autoritarismus

  • Welche Rolle spielt der Rohstoffabbau bei autoritären Machtwechseln?
  • Welche Alternativen zeichnen sich ab und woher kommen sie?
  • Welche alternativen Strategien entwickeln emanzipatorische sozioökologische Bewegungen, um autoritären Politiken entgegenzuwirken, und wie wirksam waren diese Vorschläge bisher?

Dieser Schwerpunkt analysiert die zentrale Rolle des Extraktivismus bei autoritären Entwicklungen in Lateinamerika. Er untersucht, wie Klimaleugnung, die Delegitimierung des Umweltschutzes und die Intensivierung des Extraktivismus mit autoritären Projekten verknüpft sind und wie ökologische Zerstörung durch nationalistische Ziele, Sicherheitsdiskurse oder „wirtschaftliche Notwendigkeit“ gerechtfertigt wird. Wir suchen Forschungsbeiträge zu den Zusammenhängen zwischen Extraktivismus und Autoritarismus sowie zu emanzipatorischen Alternativen, die in kritischer Theorie, feministischen und indigenen Erkenntnistheorien sowie gemeinschaftsgeführtem Widerstand verwurzelt sind. Der Schwerpunkt liegt auf transformativen Visionen von Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und sozioökologischer Reproduktion.

Kultur, Kunst und Regression

  • Inwiefern werden Kultur und Ästhetik als Instrumente der Macht und Kontrolle instrumentalisiert, um autoritäre Ordnungen in Lateinamerika zu legitimieren?
  • Inwiefern können künstlerische, ästhetische und kulturelle Praktiken als Formen des politischen Widerstands fungieren, die die autoritäre Neugestaltung der öffentlichen Kultur in Frage stellen?

Dieser Schwerpunkt untersucht die Auswirkungen von Hassreden (Hate Speech), Formen kultureller Ausgrenzung, der Digitalisierung von Information und Wissen, der Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse, zunehmendem Populismus und verbaler Gewalt auf kulturelle Normen und Praktiken sowie auf Kunst und Ästhetik. Wir suchen Forschungsbeiträge zu den Zusammenhängen zwischen Kultur, Kunst und Autoritarismus sowie zu emanzipatorischen Alternativen, die in Gegenkulturen, alternativen Ästhetiken und künstlerischen Ausdrucksformen verwurzelt sind.

Generelle Bedingungen des Fellowships

Der/m Fellow werden ausgezeichnete Bedingungen in einem inspirierenden akademischen und künstlerischen Umfeld geboten. Es bestehen zahlreiche Möglichkeiten für interdisziplinäre und intersektionale Kooperationen zwischen Fellows, Forscher:innen und Künstler:innen  der HIAS-Mitgliedsinstitutionen in Hamburg und des CALAS/CELA-Netzwerks in Kassel.

Zu den förderfähigen Kandidaten gehören Forscher:innen aller Disziplinen und Karrierestufen ab dem Postdoktoranden-Niveau sowie herausragende Künstler:innen und Kulturschaffende aus allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik. Die Disziplinen reichen von Politischer Ökonomie, Sozial- und Geisteswissenschaften bis hin zu Sprachen und Künsten.

Bewerber:innen sollten in ihren jeweiligen Fachgebieten international bekannt sein und nachweislich Kreativität und Originalität mitbringen. Sie müssen über einschlägige Publikationen verfügen, die sich auf das Thema der Ausschreibung und ihr vorgeschlagenes Projekt beziehen. Darüber hinaus wird von den Fellows erwartet, dass sie sich aktiv in eine dynamische Gemeinschaft von Wissenschaftlern, Künstlern und Kulturschaffenden einbringen, indem sie an Konferenzen und öffentlichen Veranstaltungen mitwirken. Sehr gute Englisch- und Spanischkenntnisse in Wort und Schrift sind unerlässlich.

Das CALAS/HIAS-Fellowship bietet eine hochdotierte finanzielle Förderung für einen viermonatigen Aufenthalt am HIAS in Hamburg (Februar bis Mai 2027) und einen zweimonatigen Aufenthalt an der Universität Kassel (Juni und Juli 2027). Diese Förderung umfasst ein monatliches Stipendium sowie die Kosten für Visum, Unterkunft, Krankenversicherung, Arbeitsmaterialien und sonstige Ausgaben. Verfügt ein/e Bewerber:in über eine Festanstellung, kann das Stipendium zur Finanzierung einer vorübergehenden Lehrvertretung verwendet werden. Darüber hinaus übernimmt das Stipendium die Kosten für den Hin- und Rückflug nach Deutschland.

Von der/dem Fellow wird erwartet, dass sie/er sich während der gesamten Dauer des Stipendiums in Hamburg und Kassel aufhält und an den von der jeweiligen Einrichtung organisierten Aktivitäten und Veranstaltungen teilnimmt. Während des Aufenthalts stellen HIAS und die Universität Kassel der/m Gastwissenschaftler:in  einen Arbeitsplatz mit Internetzugang sowie die Infrastruktur der Universität (Bibliothek usw.) zur Verfügung. Darüber hinaus erhalten sie Unterstützung bei der Wohnungssuche, der Erledigung behördlicher Formalitäten vor Ort, der Beschaffung des erforderlichen Visums usw.

CALAS/HIAS setzen sich für Inklusion und das Ziel der Geschlechtergleichstellung ein. Bewerbungen von Wissenschaftler:innen mit besonderen Bedürfnissen sind ausdrücklich willkommen. CALAS/HIAS heißen auch Stipendiat:innen willkommen, die während ihres Aufenthalts von Kindern und Angehörigen begleitet werden.

Geplante Aufgaben für das CALAS/HIAS-Stipendium in Hamburg und Kassel

  • Entwicklung eines Forschungsprojekts, das sich an der Ausschreibung des Fellowships orientiert und mindestens zwei seiner thematischen Dimensionen miteinander verbindet.
  • Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in einem oder mehreren wissenschaftlichen Artikeln.
  • Durchführung eines zweimonatigen Intensivkurses auf Bachelor- oder Master-Niveau in den Sozialwissenschaften an der Universität Kassel (auf Deutsch oder Englisch).
  • Durchführung von mindestens einer öffentlichen wissenschaftlichen Veranstaltung (Vortrag oder Konferenz) an jeder Gastinstitution während der Stipendienlaufzeit.
  • Erstellung eines abschließenden 5-seitigen Berichts, der alle während der Stipendienlaufzeit durchgeführten Aktivitäten zusammenfasst.

Bewerbungsverfahren

Füllen Sie das Online-Bewerbungsformular aus und fügen Sie die folgenden Dokumente in englischer Sprache als PDF-Dateien bei:

  • Anschreiben, das folgende Punkte behandeln sollte:

    o Inwiefern passt das Projekt zum CALAS/HIAS-Stipendium?

    o Welche Erwartungen haben Sie an die Durchführung des Projekts?

    o Kurze Informationen dazu, inwiefern das Projekt mit den Forschungsaktivitäten an einer der neun HIAS-Mitgliedsinstitutionen in Hamburg übereinstimmt.

  • Nennen Sie eine/n akademischen Kooperationspartner:in in Hamburg, mit der/m Sie bereits zusammenarbeiten oder mit der/m Sie eine Zusammenarbeit beginnen möchten. Wenn Sie noch keine/n Kooperationspartner:in  in Hamburg haben, wirkt sich dies nicht negativ auf Ihre Bewerbung aus. HIAS unterstützt Sie bei der Kontaktaufnahme mit lokalen Forschenden, sobald Ihre Bewerbung erfolgreich war.
  • Kurze Stellungnahme dazu, wie Ihr Forschungsprojekt vom interdisziplinären Austausch mit der multidisziplinären Fellows-Gruppe am HIAS profitieren würde.
  • Zweiseitiger Lebenslauf mit einer Liste von maximal 15 relevanten Publikationen und Lehrveranstaltungen in englischer und/oder deutscher Sprache.
  • Zusammenfassung des Forschungsprojekts, einschließlich Zeitplan und Arbeitsplan (max. 2.000 Wörter). Das vorgeschlagene Projekt eröffnet neue Perspektiven/Denkansätze und zeigt Potenzial für Verbindungen zu anderen Disziplinen auf.
  • Interdisziplinäre Lehrveranstaltung für Kassel: (max. 1 Seite mit Titel und einer kurzen Kursbeschreibung – 200 Wörter), die an der Universität Kassel (auf Englisch oder Deutsch) gehalten werden soll.
  • Kopie der Promotionsurkunde.

Zeitplan:

  • Bewerbungsschluss: 17. Mai 2026
  • Bekanntgabe der Auswahlergebnisse: 15. Juli 2026
  • Stipendienbeginn: 1. Februar 2027 (Februar bis Mai in Hamburg; Juni bis Juli in Kassel)

Weitere Informationen zum CALAS/HIAS-Stipendium:

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an folgende Adresse: uk106991@uni-kassel.de


Weitere Ausschreibungen:


HIAS – Käte Hamburger Kolleg Research Fellowship 2026-2027

Das Käte Hamburger Kolleg ‚Rohstoffwelten–Kulturen im Umbruch‘ und das Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) laden herausragende Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt ein, ihr jeweils individuelles Forschungsprojekte für zehn Monate vor Ort in Deutschland in inter- und multidisziplinärer Umgebung und offener, kreativer Atmosphäre zu realisieren
(fünf Monate am HIAS in Hamburg und fünf Monate an der Universität Kassel).

Fellowship-Zeitraum:
Oktober 2026 bis Februar 2027 (Hamburg), März bis Juli 2027 (Kassel)

Bewerbungsschluss: 15. April 2026

Auswahlbekanntgabe: 15. Juni 2026

Der Call richtet sich an Bewerber:innen aller Disziplinen, Karrierestufen und geographischen Herkünfte.

Der Forschungsschwerpunkt für 2026-27 liegt auf „Carbon Culture“ – der Untersuchung der epistemischen, kulturellen, politischen und sozioökonomischen Grundlagen des Fossilismus bzw. fossiler Rohstoffe. Wie lässt sich der hartnäckige Fortbestand des Fossilen – trotz jahrzehntelanger Klimadebatten, technologischer Alternativen und ökologischer Krisen – erklären?

Der Forschungsschwerpunkt glieder sich in drei thematische Profilbereiche und einen übergreifenden Methodenbereich:
Profilbereich I: Rohstoffkulturen;
Profilbereich II: Rohstoffregime;
Profilbereich III: Rohstoffpraktiken;
Übergreifender Methodenbereich: Kritik/Reflexion.

Das Fellowship bietet Raum für kooperative, theoriegeleitete und empirisch fundierte Forschung zu den Möglichkeiten und Konflikten zeitgenössischer materieller und kultureller Transformationen und Energiewenden.

Bewerbungen können bis zum 15. April 2026 per E-Mail an rohstoffwelten@uni-kassel.de (in einer einzigen PDF-Datei) eingereicht werden.

Folgende Dokumente sind notwendig:

  • Motivationsschreiben
  • Forschungsvorhaben (maximal 3 Seiten): klar bezogen auf einen der drei Profilbereiche; explizite Auseinandersetzung mit mindestens drei Leitfragen (s.u.) aus dem gewählten Profilbereich; muss einen kurzen Arbeitsplan mit einer Aussage zu den geplanten Ergebnissen enthalten.
  • Lebenslauf mit relevanten akademischen und beruflichen Informationen (max. 10 für das vorgeschlagene Forschungsprojekt relevante Publikationen).
  • Kurze Beschreibung der aktuellen beruflichen Position des Bewerbers.
  • Kurze Information darüber, inwiefern das Projekt zu den Forschungsaktivitäten einer der neun HIAS-Mitgliedsinstitutionen in Hamburg passt (wobei es nicht erforderlich ist, bereits eine/n Tandempartner/in zu benennen).
  • Kurze Darlegung, inwiefern das vorgeschlagene Forschungsprojekt vom interdisziplinären Austausch innerhalb einer multidisziplinären Fellowgruppe am HIAS profitieren würde.
  • Lehrplan für potenzielle Lehrinteressen oder -themen.

Darüber hinaus müssen Bewerber:innen das Bewerbungsformular ausfüllen. Dieses sowie eine ausführliche Beschreibung des Calls finden Sie in den nachfolgenden PDFs.

Für weitere Information zum Käte Hamburger Kolleg/HIAS Fellowship: rohstoffwelten@uni-kassel.de


HIAS Fellowships 2027-2028

Das Fellowship-Programm richtet sich an herausragende Wissenschaftler:innen (Mindestanforderung Promotion) sowie Kunst- und Kulturschaffende aller Karrierestufen und Nationalitäten. Wichtige Bedingungen für einen Fellow-Aufenthalt am HIAS sind substanzielle wissenschaftliche bzw. künstlerische Leistungen, intellektuelle Neugier und ein überdurchschnittliches Interesse an anderen Disziplinen. Als ideale Kandidat:innen werden Personen erachtet, die Grundannahmen ihrer Disziplin reflektieren und offen für inter- und transdisziplinäre Kooperationen jenseits des eigenen Fachgebiets sowie mit Hamburger Wissenschaftler:innen bzw. Kulturschaffenden sind. Wünschenswert ist, dass Bewerber:innen sowohl die Fellow-Gruppe als auch den Wissenschafts- bzw. Kulturstandort Hamburg mit innovativen Impulsen bereichern und die Internationalität am HIAS durch eigene Netzwerke stärken. Zusätzlich wird erwartet, dass Bewerber:innen Überlegungen anstellen, auf welchem Weg die Inhalte des geplanten Projekts einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden können. 

Da das HIAS großen Wert auf Chancengleichheit legt, sind Bewerbungen von Nachwuchsforschenden bzw. aufstrebenden Kunst- und Kulturschaffenden sowie von Personen aus für gewöhnlich unterrepräsentierten Weltregionen besonders willkommen. 

Die Fellows leben und arbeiten während der Laufzeit ihres HIAS-Fellowships in Hamburg. Es eignen sich daher nur Projekte, die vor Ort am HIAS oder in Laboren lokaler kooperierender Wissenschaftler:innen durchgeführt werden können. 

Um zu gewährleisten, dass Fellows den Wissenschafts- und Kulturstandort Hamburg mit ihrer auswärtigen Perspektive und Expertise bereichern, sind in der Metropolregion Hamburg tätige Personen von der Berufung als Fellows ausgeschlossen. Aus demselben Grund werden alle ans HIAS kommenden Fellows mit einer/m Tandempartner:in aus Hamburg verknüpft (s.u.). 

Mögliche finanzielle Beiträge der Bewerberin/des Bewerbers oder der (wissenschaftlichen) Einrichtung, an der sie/er beheimatet ist, z.B. in Form eines Forschungssemesters oder Forschungsstipendiums, sind willkommen und sollten in der Bewerbung Erwähnung finden. 

Das akademische Jahr am HIAS beginnt für gewöhnlich am 1. September und endet am 30. Juni des Folgejahres. Bewerber:innen sind gebeten, ihren Wunschzeitraum anzugeben, dieser muss jedoch mindestens drei Monate betragen. Die Monate Juli und August sind keine Fellowmonate. 

Das HIAS bietet: 

Größtmögliche Freiheit und Flexibilität

Ungehindert von den Anforderungen ihres sonstigen beruflichen Lebens können die Fellows ihren eigenen Forschungsprojekten nachgehen, interdisziplinäre und transdisziplinäre Impulse erhalten und vielfältige neue Kontakte knüpfen. Um dies zu gewährleisten, finanziert das HIAS entweder ein Stipendium oder zahlt der Heimatinstitution die Kosten für eine Lehrvertretung. 

Exzellente Arbeitsbedingungen 

Den Fellows wird ein voll ausgestatteter Arbeitsplatz im Zentrum Hamburgs zur Verfügung gestellt. Das HIAS kann jedoch weder ein Atelier zur Verfügung stellen noch es finanzieren. Zudem erhalten die Fellows kontinuierliche Unterstützung durch die HIAS-Mitarbeiter:innen, zum Beispiel bei der Literaturbeschaffung oder der Organisation von Veranstaltungen. Hochrangige Wissenschaftler:innen aus den HIAS-Mitgliedsinstitutionen fungieren als „Tandempartner:innen“, um die systematische Vernetzung der Fellows in der Hamburger Wissenschafts- bzw. Kulturcommunity sicherzustellen. Auf diese Weise kann auch ein direkter Zugang zu den von den Fellows benötigten Forschungsinfrastrukturen ermöglicht werden. 

Wissenschaftliches und kulturelles Programm 

Neben den verbindlichen wöchentlichen Mittagessen (dienstags) und Kolloquien (donnerstags) bietet das HIAS weitere wissenschaftliche und kulturelle Exkursionen an. Eine Teilnahme am wissenschaftlichen Programm des HIAS ist verpflichtend. 

Ausgezeichnete und familienfreundliche Lebensbedingungen

Fellows haben die Möglichkeit, in möblierten und mit Kochgelegenheiten versehenen Apartments des nahgelegenen Gästehauses der Universität Hamburg zu wohnen. Lebenspartner:innen sowie Kinder der Fellows sind am HIAS willkommen. Die Geschäftsstelle unterstützt bei der Suche nach geeigneten Wohnmöglichkeiten, Schulen und Kindertagesstätten. 

Bewerbung 

Die Bewerbungsfrist endete am 2. März 2026. Eine Einreichung ist nicht mehr möglich. 

Eine vollständige Bewerbung besteht aus folgenden Unterlagen: 

  • Anschreiben mit Informationen zu 
    • dem gewünschten Aufenthaltszeitraum 
    • möglichen Hamburger Tandempartner:innen aus der Wissenschaft bzw. den Künsten 
    • möglichen Kofinanzierungen, z.B. durch Einbindung von Forschungssemestern 
    • sowie eine Stellungnahme dazu, inwiefern die eigene Forschung oder persönliche Eigenschaften die Fellow-Gruppe oder den Wissenschafts- und Kulturstandort Hamburg bereichern würden 
  • sofern ein:e Tandempartner:in bereits feststeht: eine Absichtserklärung dieser Person, in der die geplante Zusammenarbeit bestätigt und beschrieben wird (1 Seite)* 
  • Liste der wichtigsten Publikationen mit Kennzeichnung der für das intendierte Forschungsprojekt relevantesten Beiträge (max. 2 Seiten) 
  • CV inkl. Preisen und anderen Auszeichnungen 
  • Beschreibung des geplanten Projekts (max. 3 Seiten) 
  • Beschreibung des geplanten Projekts für ein fachfremdes Publikum (max. 1 Seite) 
  • ggf. ein Link zu einem Video / einem Online-Vortrag / einer Online-Präsentation (optional) 

* Eine Absichtserklärung muss nur dann beigefügt werden, wenn die/der Bewerber:in bereits mit der/dem potenziellen Tandempartner:in bekannt ist und es ein konkretes gemeinsames Projektvorhaben gibt. Die Benennung eines/einer potenziellen Tandempartners/Tandempartnerin ist jedoch ausreichend; eine vorherige Kontaktaufnahme ist nicht erforderlich. 

Auswahlkriterien 

Maßgebliche Voraussetzungen und Bewertungskriterien bei der Auswahl sind: 

  • bei wissenschaftlich arbeitenden Fellows: Promotion (mind.) 
  • Publikationen (Artikel in Erstautorschaft, bedeutende Monografien, Rezensionen in relevanten wissenschaftlichen Zeitschriften bzw. Feuilletons und Kunstmagazinen)** 
  • Ausstellungen in renommierten Museen oder Kunstinstitutionen, Konzerte bzw. Aufführungen auf renommierten Bühnen 
  • interdisziplinäres und internationales Forschungsprofil 
  • Interesse an einem Dialog zwischen den Künsten und der Wissenschaft 
  • renommierte Preise und Auszeichnungen 
  • sehr gute Kenntnisse des Englischen (Arbeitssprache des HIAS ist Englisch) 

** Bei der Beurteilung berücksichtigt das HIAS die jeweilige Karrierestufe und prüft bei Wissenschaftler:innen in einer frühen Karrierephase besonders das Zukunftspotenzial. Von Wissenschaftler:innen in einer frühen Karrierephase wird erwartet, dass sie über einen überdurchschnittlichen Track Record gemäß den Standards ihrer Disziplin verfügen; die Publikation einer Monografie ist nicht verpflichtend. Die Promotion ist bei wissenschaftlich arbeitenden Fellows erforderlich.  

Auswahlkriterien des geplanten HIAS-Projekts sind: 

  • Ist das Forschungsprojekt geeignet, neue Fragestellungen und Denkweisen zu eröffnen? 
  • Ist das Forschungsprojekt so angelegt, dass es von einem Austausch mit anderen Disziplinen inkl. der Künste profitiert?  
  • Bei Bewerbungen aus dem Bereich der Künste und der Kultur: Sucht das Projekt den Austausch mit der Forschung und kombiniert es künstlerische und wissenschaftliche Fragestellungen und Methoden? 
  • Ist erkennbar, dass das Projekt besonders gut an einem Institute for Advanced Study zu verwirklichen ist? 
  • Lässt sich für dieses Projekt ein:e geeignete:r Tandempartner:in in der Hamburger Kultur- und Forschungslandschaft identifizieren?  
  • Lässt sich das Projekt im Rahmen des HIAS und in der Hamburger Wissenschaftslandschaft realisieren? 

Weiterhin wird bei der Zusammensetzung der Fellow-Gruppe auf Diversität in Bezug auf Disziplinen, Herkunftsländer, Gender und Karrierestufen geachtet. 

Seit dem Bewerbungsschluss am 2. März 2026 sind keine Bewerbungen mehr möglich. 

Mit dem Einsenden Ihrer Bewerbung willigen Sie in die zweckgebundene Verarbeitung Ihrer darin enthaltenen personenbezogenen Daten ein. Diese werden an die Gremien des HIAS sowie ggf. an externe Gutachtende weitergegeben. 


CALAS_HIAS Fellowships in Deutschland 2026

Das Maria Sibylla Merian Centre for Advanced Latin American Studies (CALAS) und das Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) schreiben gemeinsam für 2026 ein sechs-monatiges Fellowship aus. Herausragende Wissenschaftler:innen aus Lateinamerika und der Karibik sind eingeladen sich mit einem Lehr- und Forschungs-projekt zu bewerben, das sie vier Monate am HIAS in Hamburg und zwei Monate an der Universität Kassel durchführen können.

Die diesjährige Ausschreibung bezieht sich inhaltlich auf die verschiedenen Wege der sozial-ökologischen Transformationen in Lateinamerika. Die Region steht in dieser Hinsicht noch vor großen Herausforderungen. Innenpolitisch haben Lateinamerika und die Karibik weiterhin mit tief verwurzelten sozialen Ungleichheiten zu kämpfen, mit wiederkehrenden Wirtschaftskrisen und wachsender politischer Instabilität, mit Krisen der sozialen Reproduktion und der zunehmenden Informalität geschlechtsspezifischer Arbeitsverhältnisse sowie mit verschiedenen Formen von Autoritarismus.

Rechtsextremismus und Populismus nutzen diese öffentliche Unzufriedenheit aus und verstärken Kulturen und Initiativen der Ablehnung und des Widerstand gegenüber progressive Veränderungen. Diese Dynamiken stellen ernsthafte Hindernisse für einen ökologischen und integrativen Übergang zu einer nachhaltigen Zukunft dar.

Auf internationaler Ebene ist die Region mit einem zunehmend restriktiven globalen Bedingungenkonfrontiert, insbesondere hinsichtlich des Zugangs zu modernen „grünen“ Technologien, die für die Energiewende unerlässlich sind. Handelsbeschränkungen, sowie solche für die Nutzung intellektuellen Eigentums und geopolitische Machtkämpfe limitieren die Möglichkeiten der Region nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass Lateinamerika erneut in die Rolle eines reinen Rohstofflieferanten gedrängt wird – diesmal mit dem Schwerpunkt auf grüner Energie und wertvollen Mineralien, die für die globale Energiewende notwendig sind. Diese nationalen und internationalen Faktoren prägen die verschiedenen Wege der sozial-ökologischen Transformation in der Region und schaffen gleichzeitig Chancen und Herausforderungen.

Ziel des Stipendiums ist es, die kulturellen, historischen, politischen, wirtschaftlichen und technologischen Voraussetzungen und Folgen der sozial-ökologischen Transformation in Lateinamerika und der Karibik aus einer interdisziplinären Perspektive zu betrachten.

Das Forschungsprojekt sollte mindestens zwei der folgenden Dimensionen berühren:

Kulturelle Bedingungen der sozioökologischen Transformation: Kulturelle Dynamiken prägen den sozialökologischen Wandel grundlegend, indem sie Institutionen, Werte und Verhaltensweisen beeinflussen. Tief verwurzelte wirtschaftliche und soziale Modelle – wie kohlenstoffintensive Lebensstile und Vorstellungen von Wohlstand – beeinflussen die Akzeptanz nachhaltiger Alternativen. Außerdem verstärken geschlechtsspezifische Machtstrukturen, die mit der extraktivistischen Wirtschaft verbunden sind, oft den Widerstand gegen Veränderungen. Organisationskulturen, die Zusammenarbeit und Transparenz fördern, können jedoch systemische Veränderungen vorantreiben, unterstützt durch starke institutionelle Netzwerke, die den Wissensaustausch erleichtern. Künstlerische und literarische Ausdrucksformen sowie Diskurse und Bedeutungskämpfe tragen zur Umgestaltung von Umwelt-Narrativen bei, während Marktkräfte und rechtliche Rahmenbedingungen, wenn sie auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind, einen Wandel ermöglichen können. Die Anerkennung dieser miteinander verknüpften Faktoren ist wesentlich für die Konzeption umfassender und kontextspezifischer Strategien, die eine widerstandsfähige und nachhaltige Zukunft fördern.

Politische und wirtschaftliche Voraussetzungen und Folgen: Die sozial-ökologische Transformation ist eng mit bestehenden Ungleichheiten, Machtstrukturen und Wirtschaftsmodellen verwoben. Die Verteilung von Kosten und Nutzen innerhalb der Gesellschaft beeinflusst politische Koalitionen und Entscheidungen. Sie prägt den Grad der Unterstützung für grüne Übergänge. Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft wirkt sich auch auf die Arbeitsmärkte, die soziale Reproduktion, die Investitionsmuster und die Steuerpolitik aus, wodurch sowohl Chancen für eine gerechte Entwicklung als auch die Gefahr einer Verschärfung der Ungleichheiten entstehen. Darüber hinaus wird die Fähigkeit Lateinamerikas, einen gerechten und nachhaltigen Wandel zu vollziehen, durch die Dynamik der Weltwirtschaft – einschließlich der Handelspolitik, der Finanzströme und des Zugangs zu grünen Technologien – weiter beeinträchtigt.

Technologische Präferenzen: Die Entscheidung zur Nutzung bestimmter Technologien für die sozioökologische Transformation hat tiefgreifende Auswirkungen auf die inländische Entwicklung. Einige Technologien fördern die lokale Innovation und wirtschaftliche Diversifizierung, während andere die Abhängigkeit von ausländischen Patenten, Lieferketten und Fachwissen verstärken. Die technologische Kluft zwischen Lateinamerika und den führenden Industrienationen wirft kritische Fragen über die Machbarkeit eines autonomen grünen Übergangs auf. Politische Rahmenbedingungen, die die einheimische Forschung und Entwicklung fördern, den Technologietransfer erleichtern und die Rechte an geistigem Eigentum regeln, spielen eine entscheidende Rolle bei der Verringerung von Schwachstellen und der Sicherstellung, dass der technologische Wandel zu einem nachhaltigen und integrativen Wachstum beiträgt.

Generelle Voraussetzungen für das Stipendium

Der/dem Stipendiat:in werden hervorragende Bedingungen in einem inspirierenden, akademischen und künstlerischen Umfeld geboten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für interdisziplinäre und intersektionale Kooperationen zwischen Fellows, Forscher:innen und Künstler:innen aus den HIAS-Mitgliedsinstitutionen in Hamburg und dem CALAS/CELA-Netzwerk in Kassel.

Bewerben können sich Forscher:innen aller Disziplinen und Karrierestufen nach ihrer Postdoc-Phase sowie herausragende Künstler:innen und Kulturschaffende aus allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik. Die Disziplinen erstrecken sich von der politischen Ökonomie über die Sozial- und Geisteswissenschaften bis hin zu den Sprachwissenschaft und den Künsten.

Die Bewerber:innen sollten in ihrem jeweiligen Fachgebiet international bekannt sein und ihre Kreativität und Originalität unter Beweis stellen. Sie müssen über einschlägige Veröffentlichungen verfügen, die mit dem Thema der Ausschreibung und dem vorgeschlagenen Projekt in Zusammenhang stehen. Darüber hinaus wird von den Stipendiat:innen erwartet, dass sie sich aktiv an einer dynamischen Gemeinschaft von Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Kulturschaffenden beteiligen, indem sie Beiträge zu Konferenzen und öffentlichen Veranstaltungen leisten. Sehr gute Kenntnisse der englischen und spanischen Sprache in Wort und Schrift sind erforderlich.

Das CALAS/HIAS-Stipendium bietet ein hochdotiertes, vergütetes Stipendium für einen viermonatigen Aufenthalt im HIAS in Hamburg (Februar bis Mai 2026) und zwei Monate an der Universität Kassel (Juni und Juli 2026). Das Stipendium umfasst ein monatliches Stipendium, die Kosten für Visum, Unterkunft, Krankenversicherung, Arbeitsmaterialien und sonstige Ausgaben. Sofern ein:e Bewerber:in eine feste Arbeitsstelle inne hat, kann das Stipendium zur Finanzierung einer vorübergehenden Lehrvertretung verwendet werden. Darüber hinaus deckt das Stipendium die Flugkosten nach und von Deutschland zurück.

Es wird erwartet, dass der/die Stipendiat:in während der gesamten Dauer des Stipendiums am jeweiligen Standort des CALAS oder HIAS wohnt und an den von der jeweiligen Einrichtung organisierten Aktivitäten und Veranstaltungen teilnimmt.

Während des Aufenthalts stellen das HIAS und die Universität Kassel der/dem Stipendiat:in einen Arbeitsplatz mit Internetzugang sowie die Infrastruktur der Universität (Bibliothek, etc.) zur Verfügung. Außerdem erhalten sie Unterstützung bei der Wohnungssuche, bei der Erledigung bürokratischer Formalitäten vor Ort, bei der Beschaffung des erforderlichen Visums usw.

CALAS/HIAS sind der Inklusion und dem Ziel der Geschlechterparität verpflichtet. Bewerbungen von Akademiker:innen mit besonderen Bedürfnissen sind ausdrücklich erwünscht. CALAS/HIAS begrüßen auch die Familie und Kinder, die den Stipendiat:innen während des Aufenthalts begleiten.

Geplante Aufgaben für das CALAS/HIAS-Stipendium in Hamburg und Kassel

– Entwicklung eines Forschungsprojekts, das auf die Ausschreibung des Stipendiums abgestimmt ist und mindestens zwei der thematischen Dimensionen des Stipendiums berührt.

– Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in einem oder mehreren wissenschaftlichen Artikeln.

– Durchführung einer zweimonatigen konzentrierten Lehrveranstaltung im Grund- oder Hauptstudium der Sozialwissenschaften an der Universität Kassel (in deutscher oder englischer Sprache).

– Durchführung von mindestens einer öffentlichen akademischen Aktivität (Vortrag oder Konferenz) an jeder Gastinstitution während der Stipendienlaufzeit.

– Erstellung eines 5-seitigen Abschlussberichts, der alle während der Stipendienlaufzeit durchgeführten Aktivitäten zusammenfasst.

Bewerbungsverfahren

Füllen Sie das Online-Bewerbungsformular aus und fügen Sie die folgenden Dokumente in englischer Sprache als pdf-Dateien hinzu:

– Ein Motivationsschreiben, in dem Sie erklären, wie Ihr Projekt zum CALAS/HIAS-Stipendium passt und was Ihre Erwartungen sind.

– Ein zweiseitiger Lebenslauf mit einer Liste relevanter Veröffentlichungen und Lehrveranstaltungen in Englisch und/oder Deutsch.

– Eine Zusammenfassung des Forschungsprojekts, einschließlich eines Zeit- und Arbeitsplans, mit maximal 20 bibliografischen Quellen (max. 2.000 Wörter). Das vorgeschlagene Projekt eröffnet neue Perspektiven, oder Denkansätze und zeigt das Potenzial für Verbindungen mit anderen Disziplinen auf.

– Ein:e Tandempartner:in in Hamburg: Nennen Sie eine:n oder mehrere mögliche akademische Kooperationspartner:innen aus einer der HIAS-Mitgliedsorganisationen (https://hias-hamburg.de/en/about-us/members/).

– Ein Konzept für einen interdisziplinären Kurs für Kassel: (max. 1 Seite mit Titel und einer kurzen Kursbeschreibung -200 Wörter), der an der Universität Kassel angeboten werden soll (Englisch oder Deutsch).

– Abschlusszeugnisse: Kopie der letzten akademischen Abschlusszeugnisse.

Wichtige Daten:

– Bewerbungsfrist: 31. Mai 2025

– Auswahlergebnisse: 1. Juli 2025

– Starttermin des Stipendiums: Februar-Mai 2026 (Hamburg) – Juni-Juli 2026 (Kassel)

Weitere Informationen über das CALAS/HIAS-Stipendium:

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: uk106991@uni-kassel.de

Download des Calls als pdf hier.


CALAS_HIAS Fellowships in Germany 2025

*** Die Ausschreibung für den Jahrgang 2025/26 ist beendet ***

Das Maria Sibylla Merian Centre for Advanced Latin American Studies (CALAS) und das Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) schreiben gemeinsam für 2025 ein sechs-monatiges Fellowship aus. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus lateinamerikanischen Institutionen sind eingeladen, sich mit einem Lehr- und Forschungs-projekt zu bewerben, das vier Monate am HIAS in Hamburg (Forschung) und zwei Monate an der Universität Kassel (Lehre) angesiedelt ist.

Die diesjährige Ausschreibung bezieht sich auf das Thema Politische Rechte und Demokratie in Lateinamerika. Die Demokratien Lateinamerikas stehen vor großen Herausforderungen: Soziale Ungleichheiten und Wirtschaftskrisen verschärfen sich und schüren politische Instabilität; Rechtsextremismus und Populismus nutzen die Unzufriedenheit und versuchen die lateinamerikanischen Gesellschaften weiter zu polarisieren; liberale demokratische Regime stoßen an ihre Grenzen, wenn es darum geht, politische Unruhen und soziale Spannungen zu regulieren und den Aufstieg einer antidemokratischen Rechten einzudämmen. Ähnliche Entwicklungen sind derzeit auch in Europa zu beobachten. Ziel des CALAS/HIAS-Fellowships ist es, die politischen, kulturellen und sozialen Folgen der (de-)demokratisierenden Entwicklungen in Lateinamerika aus einer interdisziplinären Perspektive zu analysieren. Die aktuelle Eskalation von Intoleranz und Diskriminierung soll ebenso untersucht werden wie die Radikalisierung politischer, wirtschaftlicher, religiöser und kultureller Unterschiede. Gefragt wird u.a. danach, wie rechtsradikale Gruppierungen entstehen, wie sie die Prinzipien und Mechanismen des demokratischen Prozesses offen herausfordern und untergraben, wie Toleranz, Dialog und inklusive politische Prozesse durch kulturelle Performances, zivilgesellschaftliche Repräsentation oder soziale Bewegungen gestärkt werden können, welche Bedeutung diese Entwicklungen in Lateinamerika für Europa haben und inwieweit sich inmitten der Krise der Demokratie alternative partizipative Prozesse für eine nachhaltige Entwicklung abzeichnen.

Bewerben können sich Forscher:innen aus allen Disziplinen und allen Karrierestufen von der Postdoc-Phase an. Die Ausschreibung steht Wissenschaftler:innen aus allen lateinamerikanischen Ländern offen und deckt ein breites Spektrum an Disziplinen ab, z.B. politische Ökonomie oder Sozial- und Geisteswissenschaften. Von den Bewerber:innen wird erwartet, dass sie in ihrem Fachgebiet international anerkannt sind, dass sie Kreativität und Originalität in ihren interdisziplinären Ansätzen zeigen und dass sie bereit sind, sich vor Ort in eine Gemeinschaft von Fellows aktiv einzubringen. Da von den CALAS/HIAS-Fellows erwartet wird, dass sie durch Vorträge und ähnliche Aktivitäten mit der breiten Öffentlichkeit in Kontakt treten, sind solide Englischkenntnisse, sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form, von entscheidender Bedeutung.

Das CALAS/HIAS-Fellowship umfasst ein Stipendium in kompetitiver Höhe für einen viermonatigen Aufenthalt bei HIAS in Hamburg (Februar bis Mai) und zwei Monate bei CALAS/CELA an der Universität Kassel (Juni und Juli), vorbehaltlich der Weiterbewilligung der Fördermittel. Das monatliche Stipendium deckt die Kosten für Lebenshaltung, Krankenversicherung, Arbeitsmaterialien, Visum etc. Die Kosten für den Flug nach und von Deutschland werden zusätzlich übernommen. Auch wird in Hamburg ein Apartment im Gästehaus der Universität Hamburg zur Verfügung gestellt. Während des Aufenthaltes bieten HIAS und die Universität Kassel den Fellows einen Arbeitsplatz mit Internetzugang und die Infrastruktur der Universität (Bibliothek etc.). Darüber hinaus erhalten die Fellows Unterstützung bei der Wohnungssuche in Kassel, bei der Erledigung bürokratischer Formalitäten vor Ort, bei der Beschaffung des notwendigen Visums usw.

Während der gesamten Dauer des CALAS/HIAS-Fellowships gilt Residenzpflicht, damit die Fellows an den von der entsprechenden Einrichtung organisierten Aktivitäten und Veranstaltungen teilnehmen können.

CALAS/HIAS setzt sich für Inklusion und Geschlechterparität ein. Bewerbungen von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind ausdrücklich erwünscht. CALAS/HIAS heißt auch Partner:innen und begleitende Kinder von Stipendiat:innen willkommen.

Geplante Aufgaben für das CALAS/HIAS-Fellowship in Hamburg und Kassel:

  • Entwicklung eines Forschungsprojekts, das sich auf den thematischen Schwerpunkt von CALAS und seine Forschungsfragen bezieht
  • Veröffentlichung der Forschungsergebnisse (wissenschaftliche/r Artikel)
  • Lehrtätigkeit in einem sozialwissenschaftlichen Bachelor- oder Masterstudiengang an der Universität Kassel (auf Deutsch oder Englisch)
  • Durchführung von mindestens einer öffentlichen akademischen Veranstaltung (Vortrag oder Konferenz) an jeder Gastinstitution während des Aufenthalts
  • Erstellung eines 10-seitigen Abschlussberichts über alle während des Fellowships durchgeführten Aktivitäten

Bewerbung:

Bitte füllen Sie das Online-Bewerbungsformular aus und fügen die folgenden Dokumente in englischer und spanischer Sprache bei:

  • Motivationsschreiben, aus dem hervorgeht, wie das Forschungsprojekt in den thematischen Schwerpunkt der Ausschreibung passt und welche Erwartungen Sie an das Fellowship haben
  • 2-seitiger Lebenslauf und eine Liste der einschlägigen Veröffentlichungen
  • Zusammenfassung des Forschungsprojekts, einschließlich eines Zeit- und Arbeitsplans, mit maximal 20 bibliografischen Quellen (max. 8 Seiten/2.000 Wörter). Das vorgeschlagene Projekt eröffnet neue Perspektiven/Denkweisen und zeigt das Potenzial für Verbindungen mit anderen Disziplinen
  • Vorschlag für einen interdisziplinären Kurs, der an der Universität Kassel unterrichtet werden soll (auf Deutsch oder Englisch, max. 1 Seite mit Titel und kurzer Beschreibung des Kurses)
  • Kopie des letzten akademischen Abschlusses

Zeitplan:

  • Bewerbungsfrist: 31. Mai 2024
  • Bekanntgabe der Ergebnisse: 31. Juli 2024
  • Beginn des Stipendiums: 1. Februar 2025 (Februar bis Mai in Hamburg; Juni und Juli in Kassel).

Weitere Informationen zu den CALAS/HIAS-Stipendien:

Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt, Universität Kassel

E-Mail: merian.calas@gmail.com


Constructive Advanced Thinking Program – CAT

***Die Ausschreibung für das CAT Programm 2025-2027 ist geschlossen***

Als Mitglied des Network of European Institutes for Advanced Study (Netias) beteiligt sich das HIAS am Open Call für das CAT-Programm.

Die Ausschreibung öffnet jährlich.

Ziele des Programms

Das CAT-Programm wurde im Rahmen des Network of European Institutes for Advanced Study (Netias) ins Leben gerufen. Ziel der CAT-Initiative ist die Förderung von Netzwerken exzellenter Nachwuchsforscher:innen, die neue Ideen zum Verständnis und zur Bewältigung aktueller oder neuer gesellschaftlicher Herausforderungen entwickeln. Die Zusammenarbeit zwischen mehreren IAS in verschiedenen Ländern zielt darauf ab, den CAT-Gruppen Zugang zu einer Vielzahl von hochrangigen Wissenschaftler:innen zu verschaffen. Um vielfältige anregende Diskussionen zu führen und ihre Ideen zu entwickeln, bekommen die CAT-Teams die Möglichkeit, für mehrere kurze Aufenthalte an verschiedenen teilnehmenden Instituten zusammenzukommen und mit den dortigen Fellows sowie den lokalen Forschungsgemeinschaften in den Austausch zu treten.

Obwohl das Programm einen starken Schwerpunkt auf die gesellschaftliche Relevanz der Projekte legt, ist es vollständig bottom-up und nicht themenbezogen. Mit wenigen Leitlinien und einem sehr einfachen Antragsverfahren ist CAT so konzipiert, dass die Kreativität von Forschungsgruppen maximiert wird.

CAT fördert auch die Zusammenarbeit mit Partnern außerhalb des akademischen Bereichs (Industrie, politische Entscheidungsträger, Nichtregierungsorganisationen etc.), die bereit sind, innovative Forschungsinitiativen zu unterstützen oder sich an ihnen zu beteiligen.

Unterstützung für die CAT-Gruppen

CAT bietet Teams von Nachwuchswissenschaftler:innen Zeit und Raum zum Nachdenken und Diskutieren in den besten Forschungsumgebungen, die Europa zu bieten hat. Während eines Zeitraums von bis zu drei Jahren profitieren die Teams von einer Reihe von Kurzaufenthalten (d.h. zwischen einer und zwei Wochen, zwei- bis dreimal pro Jahr, für maximal sechs Aufenthalte) an einem der Mitgliedsinstitute von Netias. Online-Treffen und digitale Forschungsaufenthalte sind mögliche Alternativen zu Vor-Ort-Aufenthalten und können den Arbeits- und Zeitplan der Gruppen ergänzen.

CAT übernimmt die Reise- und Unterbringungskosten für die kurzfristigen Arbeitsaufenthalte an den teilnehmenden Instituten. CAT finanziert keine Gehälter oder forschungsbezogenen Ausgaben.

Die teilnehmenden Institute unterstützen die Teams, indem sie sie mit ihren Fellows und/oder und Forscher:innen vor Ort zusammenbringen und ihnen helfen, die erzielten Ergebnisse über ihre Kommunikationskanäle zu verwerten. Während ihres Aufenthalts profitieren die CAT-Teams von den Strukturen und der wissenschaftlichen Dynamik an den Instituten, um sich auszutauschen und ihr Forschungsprojekt voranzubringen. Die Diskussionen bieten einen geeigneten Resonanzboden für innovative Ideen und geben wertvolles Feedback.

Anforderungen an die CAT-Gruppen

Nach der Hälfte der Laufzeit ist ein kurzer Zwischenbericht einzureichen, auf Grundlage dessen die Fortsetzung für die Arbeit des CAT-Teams genehmigt wird.

Am Ende ihres Projekts wird von den CAT-Teams erwartet, dass sie neben der Organisation einer oder mehrerer Abschlusssitzung(en) zur Präsentation der Ergebnisse einen Abschlussbericht in Form eines Textes, eines Videos, einer Website oder anderer Medien erstellen, der veröffentlicht wird.

Im Einklang mit der Politik der beteiligten Institute behalten die Forscher:innen die geistigen Eigentumsrechte an ihrer Arbeit.

Auswahlkriterien

Das Forschungsprojekt muss sich mit aktuellen oder neuen gesellschaftlichen Fragen und Herausforderungen befassen.

  • Die/der Principal Investigator (Teamleiter:in) muss für die gesamte Dauer des Projekts eine feste Forschungsstelle in einer europäischen (EU sowie Vereinigtes Königreich und assoziierte Länder) Hochschul- und/oder Forschungseinrichtung haben.
  • Er/sie muss seinen/ihren Doktorgrad in den dem Bewerbungszeitpunkt vorangegangenen 8 Jahren erworben haben.
  • Kein Teammitglied sollte seinen Doktortitel zu einem Zeitpunkt erworben haben, der mehr als 8 Jahre vor dem Bewerbungszeitpunkt liegt. Auch promovierende Forscher:innen können teilnehmen.
  • Die Frist kann auf bis 10 Jahre nach der Promotion verlängert werden, wenn bestimmte ordnungsgemäß dokumentierte Umstände vorliegen, wie z.B. Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub, klinische Ausbildung, Langzeiterkrankung, Wehrdienst, Naturkatastrophen oder Asylsuche.
  • Bei Vertreter:innen von Institutionen außerhalb des akademischen Bereichs gelten keine besonderen Anforderungen in Bezug auf universitären Abschluss oder Alter.
  • Jedes CAT-Team sollte Teilnehmer:innen aus mindestens zwei verschiedenen Ländern umfassen (bezogen auf den aktuellen Arbeitsplatz, einschließlich außereuropäischer Länder; beliebige Nationalität der Person).
  • Das Team aus 3 bis 5 Personen muss vollständig dokumentiert sein, inkl. Lebensläufen aller in der Projektbeschreibung genannten Mitglieder.

Bewerbungen

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in englischer Sprache als PDF-Dateien ein (die verschiedenen Teile der Bewerbung können als eine PDF-Datei gesendet werden). Die Bewerbung sollte die folgenden Unterlagen enthalten:

  • einen Abstract von 300 Wörtern
  • einen Projektvorschlag von maximal 3.000 Wörtern (Referenzen werden nicht mitgezählt) ODER ein Video von maximal 15 Minuten Dauer (in diesem Fall bitte den Weblink in der Zusammenfassung angeben), in dem die Forschungsfrage des Teams und die Art und Weise, wie es diese zu beantworten gedenkt, beschrieben wird. Die Motivation des Teams sowie die angesprochenen gesellschaftlichen Themen und die interdisziplinären Aspekte des Projekts sollten angegeben werden;
  • einen Arbeitsplan für die gesamte Projektlaufzeit, einschließlich Präsenztreffen (vorläufige Termine und bevorzugte Gastgeber-IAS) und Aktivitäten mit einem vorläufigen Zeitplan;
  • eine kurze Beschreibung des Teams
  • Lebensläufe aller Teammitglieder sowie Angaben dazu, von wo aus sie zu den Präsenztreffen anreisen
  • Unterstützungsschreiben: mindestens zwei von wissenschaftlichen Forscher:innen; zusätzliche Schreiben von Stakeholdern außerhalb des akademischen Bereichs sind erwünscht.

Unvollständige Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden.

Deadline für Bewerbungen: 15. September 2024, 15:00 CET

Hier geht es zur Bewerbungsplattform.

Erfolgreiche Bewerber:innen werden bis Ende Januar 2025 benachrichtigt.

Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren und zu den teilnehmenden IAS finden Sie hier.


HIAS Sabbatical Fellowships 2026/2027

*** derzeit ist die Ausschreibung bis auf Weiteres pausiert ***

Das HIAS bietet Fellowships für herausragende Wissenschaftler:innen (Mindestanforderung: Promotion) sowie für Künstler:innen und Kulturschaffende aller Karrierestufen und Nationalitäten, die in Hamburg einen interdisziplinären Raum für Forschung und Austausch suchen. 

Die Fellows erhalten einen eigenen Arbeitsplatz und haben die Möglichkeit, an allen Aktivitäten des HIAS teilzunehmen. Außerdem wird ihnen ein:e Tandempartner:in aus einer der neun HIAS-Mitgliedsinstitutionen zur Seite gestellt, um die Integration der Fellows in die jeweiligen Fachgemeinschaften zu gewährleisten. Das HIAS organisiert zudem die Unterbringung der Fellows. 

Da die Sabbatical Fellowships keine Gehaltsausgleichszahlungen beinhalten, richten sie sich an Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Kulturschaffende, die von ihren Heimatinstitutionen bezahlt beurlaubt sind oder über andere Einnahmequellen verfügen. 

Bewerber:innen können sich um ein Fellowship für einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten bewerben. Das HIAS nimmt Bewerbungen bis zum 31. März 2025 entgegen. Das früheste Startdatum ist Herbst 2026.

Bitte beachten Sie, dass die Bewerbungen um ein Sabbatical Fellowship die gleichen Qualitätsanforderungen erfüllen müssen wie die Bewerbungen in den jährlichen Ausschreibungen und demselben Auswahlprozess durch unsere Gremien unterliegen.  

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung per eMail an application@hias-hamburg.de.


Fellowships for Ukrainian Scholars / Cultural Professionals at Risk

*** derzeit ist die Ausschreibung bis auf Weiteres pausiert ***

Das HIAS unterstützt die Initiative Wissenschaftsbrücke für die Ukraine der Freien und Hansestadt Hamburg und vergibt ab sofort

bis zu 3 Fellowships für

geflüchtete ukrainische Wissenschaftler:innen oder Kultur- und Kunstschaffende

€ 2.000 / Monat  I  Laufzeit 3 – 10 Monate

Als Fellow wird der/die Wissenschaftler:in oder Kultur- und Kunstschaffende in das laufende interdisziplinäre und internationale Fellowship-Programm aufgenommen.

Das Programm beinhaltet folgende Leistungen:

  • einen Büroarbeitsplatz im Zentrum Hamburgs
  • technische Ausstattung
  • Unterstützung bei Recherche- oder sonstigen Aufgaben
  • die Teilnahme an interdisziplinären Kolloquien und Veranstaltungen
  • Einbindung in Hamburgs Wissenschaftscommunity, bzw. Kulturszene durch eine Tandempartnerschaft mit einem/einer Hamburger Kollegen/Kollegin
  • Beratung und Unterstützung bei Fragen zur Unterkunft, Kinderbetreuung und administrativen Aufgaben.

Darüber hinaus zahlt das HIAS ein monatliches Stipendium in Höhe von etwa € 2.000 (abhängig vom Familienstand).

Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • der/die Bewerber:in ist Wissenschaftler:in (ab Postdoc) oder professionalisierte:r Kultur-, bzw. Kunstschaffende:r (mit Masterabschluss) und verfügt über gute Englischkenntnisse (mind. Niveau B)
  • der/die Bewerber:in ist in der Ukraine wohnhaft (ohne Zweitwohnsitz in Hamburg) und befindet sich aufgrund der politischen Situation in Lebensbedrohung
  • der/die Bewerber:in ist bereits aus der Ukraine geflüchtet, bzw. wird aus der Ukraine flüchten müssen
  • der/die Bewerber:in verfügt über keinen Arbeitgeber in Hamburg
  • der/die Bewerber:in ist gewillt, ihre/seine Tätigkeit in einem sicheren Umfeld und im regen Austausch mit internationalen Kolleg:innen fortzuführen.

Um möglichst schnell auf die politische Lage zu reagieren, muss der/die Bewerber:in keinen ausführlichen Antrag stellen.

Bitte senden Sie folgende Nachweise und Informationen formlos und in englischer Sprache per E-Mail mit dem Betreff „Ukraine“ an application@hias-hamburg.de:

  • CV inkl. Nachweis des akademischen Grades (Wissenschaftler:innen ab Postdoc; Kultur-, bzw. Kunstschaffende ab Masterabschluss)
  • Informationen über ein vorgesehenes wissenschaftliches oder kulturelles Projekt, bzw. Thema am HIAS (max. eine Seite)
  • Nennung eines/einer gewünschten Kooperationspartners/-partnerin in Hamburg (ein:e Wissenschaftler:in, oder Kultur-, bzw. Kunstschaffende:r aus einer der Institutionen Hamburgs, mögliche Einrichtungen finden Sie hier)
  • Informationen über mitreisende Familienangehörige
  • Informationen über den aktuellen Aufenthalt
  • Angabe des gewünschten Fellowship-Zeitraums

Bei Fragen oder für Beratung stehen wir Ihnen unter geschaeftsstelle@hias-hamburg.de zur Verfügung.


FZH-Fellowships in Contemporary Urban History

*** derzeit ist die Ausschreibung bis auf Weiteres pausiert ***

In Kooperation mit dem HIAS schreibt die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) für 2024 2-3 Fellowships zu Urbanität und Stadtgeschichte in zeithistorischer Perspektive aus.

Das Fellowship bietet Interessent:innen, die durch einschlägige Forschungen ausgewiesen sind, die Möglichkeit, in Hamburg ein eigenes Projekt aus diesem Themenfeld zu bearbeiten. Die Ausschreibung richtet sich primär an Wissenschaftler:innen (ab Postdoc-Level), die an Universitäten oder Forschungseinrichtungen außerhalb Deutschlands tätig sind. Die Laufzeit der Fellowships beträgt bis zu vier Monate.

Wir bieten den Stipendiat:innen die Möglichkeit, an ihren individuellen Forschungsprojekten zu arbeiten und sich aktiv in die wissenschaftliche Gemeinschaft der FZH, des HIAS und anderer wissenschaftlicher Einrichtungen in Hamburg einzubringen. Sie nehmen an öffentlichen Veranstaltungen und Kolloquien der FZH und des HIAS teil und profitieren von den vielfältigen Möglichkeiten des transdisziplinären Austauschs und der Vernetzung. Die Forschungsbibliothek und das Archiv der FZH stehen ebenso zur Verfügung wie andere Bibliotheken, Archive und Forschungseinrichtungen in Hamburg. Es bestehen keine Lehrverpflichtungen.

Die Stipendien beinhalten Reisekosten (Economy) nach Hamburg, ein monatliches Stipendium auf der Grundlage des aktuellen Gehalts, eine Unterkunft im Gästehaus der Universität Hamburg – je nach Verfügbarkeit – oder ggfs. einen Mietzuschuss sowie einen Büroplatz. Eine Unterstützung bei der Krankenversicherung kann gewährt werden.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung einschließlich folgender Unterlagen bis zum 10. August 2023 als PDF und in englischer Sprache an strupp@zeitgeschichte-hamburg.de:

  • Anschreiben inkl. Motivation und Zusammenhang zwischen eigener Forschung und dem thematischen Schwerpunkt der FZH sowie Informationen über den gewünschten Termin des Forschungsaufenthalts.
  • Beschreibung des geplanten Forschungsvorhabens (max. 1.000 Wörter)
  • CV inkl. einer Liste mit relevanten Publikationen

Die ganze Ausschreibung finden Sie hier.

Näheres zur Kooperation mit der FZH finden Sie hier.

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Christoph Strupp (Email: strupp@zeitgeschichte-hamburg.de; Tel.: ++49 40 43139732) zur Verfügung.