Projekt am HIAS
A Horse Soldier in the Great War
Während seines Aufenthalts am HIAS arbeitet Warren Breckman an einem Buch mit dem vorläufigen Titel „A Horse Soldier in the Great War”. Das Projekt verknüpft die Mikrogeschichte seines Großvaters, des kanadischen Kavalleristen George Hambley, basierend auf dessen Kriegstagebüchern, mit umfassenderen Betrachtungen zur Kultur des frühen 20. Jahrhunderts und den Komplexitäten der Familienerinnerung.
Die zwischen 1915 und 1920 verfassten Tagebücher umfassen 20 Bände und schildern das tägliche Leben an der Westfront und die Besetzung des Rheinlandes nach dem Kriege. Die Tagebücher sind nicht nur eine außergewöhnliche und lückenlose Chronik der täglichen Erfahrungen an der Westfront, einschließlich einer detaillierten Darstellung der Besetzung des Rheinlandes durch die Siegermächte, sondern enthalten auch Gedichte, Zeichnungen, philosophische Reflexionen und spirituelle Betrachtungen. Sie fangen die Weltanschauung eines Mannes aus der späten viktorianischen Zeit ein, der an der Schwelle zur Moderne des 20. Jahrhunderts steht, mit den emotionalen und intellektuellen Umwälzungen des Ersten Weltkriegs umgehen muss und dabei mit dem Anachronismus ringt, zu Pferd an die Westfront zu reiten. Warren Breckmans Ziel ist es, diese Sensibilität einzufangen und sie in eine Erzählung einzuflechten, die zwischen der Zeit des Ersten Weltkriegs und unserer Gegenwart wechselt.
Seine Tandempartnerin ist Birthe Kundrus, Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg.
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Förderung

Das HIAS-Fellowship wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern der Universität Hamburg finanziert.
Tandem
Prof. Dr. Birthe Kundrus, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Universität Hamburg
Biografie
Warren Breckman ist Sheldon- und Lucy-Hackney-Professor für Geschichte an der University of Pennsylvania, wo er moderne europäische Geistes- und Kulturgeschichte lehrt. Er ist der Autor der Adventures of the Symbolic: Postmarxism and Radical Democracy (2013; Taschenbuchausgabe 2014), European Romanticism: A Brief History with Documents (2008; Neuauflage 2014) sowie Marx, the Young Hegelians and the Origins of Radical Social Theory: Dethroning the Self (1999; Taschenbuchausgabe, 2001). Gemeinsam mit Peter E. Gordon war er Mitherausgeber von The Cambridge History of Modern European Thought (2 Bände, 2019; Taschenbuchausgabe, 2021).
Von 2006 bis 2016 war er Chefredakteur des Journal of the History of Ideas und ist derzeit Präsident der JHI, Inc. Er war Gründungsmitglied des Arbeitskreises der Zeitschrift für Ideengeschichte (2006–2023). Zu seinen bisherigen Stipendien zählen Ernennungen der American Academy in Berlin (Siemens Fellow, 2013), der Alexander von Humboldt-Stiftung (2004), des Princeton Institute for Advanced Study (2001–2002) und der École des Hautes Études en Sciences Sociales.
Warren Breckmans Arbeit konzentriert sich auf die Geschichte des politischen Denkens, mit dem besonderem Schwerpunkt auf der Entwicklung sozialistischer Ideen vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Er hat ausführlich über Karl Marx und dessen intellektuelles Umfeld geschrieben, sowie über die Krise des Marxismus in den 1960er und 70er Jahren und die Bemühungen, radikale Politik jenseits der marxistischen Tradition zu denken. Seine Forschung untersucht die Schnittstellen von Politik, Religion und Ästhetik. Darüber hinaus interessiert er sich dafür, wie moderne linksorientierte Denker sich erneut mit frühmodernen philosophischen Traditionen, insbesondere mit dem Werk von Machiavelli, auseinandergesetzt haben. Warren Breckman hat außerdem ein langjähriges Interesse für den Ersten Weltkrieg, und zwar nicht nur für seine Militärgeschichte, sondern auch für dessen Erfahrungsdimensionen und weitreichenden kulturellen und sozialen Auswirkungen.
Warren Breckmans HIAS-Fellowship wird aus Mitteln des Bundes und des Landes Hamburg finanziert, die die Universität Hamburg im Rahmen ihrer Exzellenzstrategie eingeworben hat.
Bildinformation
Four Canadian soldiers, sleeping and writing letters in the trenches near Willerval. Night time in the trenches was often a busy time; wiring parties, fatigue parties and raiding parties would all be sent out at night. The day time, therefore, was the time for relaxation and trying to catch a little sleep.
Foto: Rider-Rider, W (Lt), offizieller kanadischer Fotograf, (01.04.1918)
Imperial War Museum, Lizenz-Nr. LIC-02866-J8G3S6
The First World War 1914-1918: The Western Front, Imperial War Museums.