Unsere Art, mit der Welt, ihrer Vielfalt und Lebendigkeit umzugehen, ist nicht nachhaltig [1]. Was der Westen als Fortschritt verstanden hat, hat uns über die planetarischen Grenzen hinausgetrieben, die Erde überbeansprucht und andere Formen des Wissens über die Natur und irdische Materialien abgewertet. Wir brauchen dringend neue Wege, über Materialität nachzudenken und mit ihr umzugehen – sowohl in praktischer als auch in konzeptioneller Hinsicht. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Bausektor gelegt, wo die Umstellung auf neue Materialien dringender denn je ist.
In diesem Workshop wird Tim Ingold uns seine grundlegenden Überlegungen zu dieser Herausforderung vorstellen. Gemeinsam werden wir die Möglichkeiten und Grenzen eines neuen Denkansatzes zum Entstehen, Zusammenwirken und Zerfallen von Materialien im Fluss des Lebens erörtern.
Prof. Timothy Ingold ist einer der einflussreichsten und originellsten Denker der zeitgenössischen Anthropologie, dessen Werk unser Verständnis der Beziehungen zwischen Menschen, Materialien und der lebendigen Welt grundlegend verändert hat. Mit seltener Klarheit und poetischer Tiefe lädt er uns dazu ein, die Welt nicht als eine Ansammlung fertiger Objekte zu betrachten, sondern als einen Lebensfluss, an dem wir alle teilhaben. Wir freuen uns sehr und fühlen uns geehrt, ihn zu diesem Workshop begrüßen zu dürfen.
Die Veranstaltung findet in Hamburg im Hybridformat statt. Alle Teilnehmer sind eingeladen, ihre eigene Forschungsfrage zum Thema Materialien und Materialität mitzubringen. Die Leitung des Workshops übernehmen Cordula Kropp und Frank Adloff.
Der Workshop findet auf Englisch statt.
Teilnahme
Für die Teilnahme melden Sie sich bitte bei Cordula Kropp unter cordula.kropp@hias-hamburg.de.
Veranstaltungsort
[1] Tim Ingold (2024) How to imagine a sustainable world, Acta Borealia, 41:1, 7-15, DOI: 10.1080/08003831.2024.2334163
[2] Cordula Kropp & Simon Aicher (2024): Building the future: Toward a sustainable material transition in architecture and construction. TATuP https://doi.org/10.14512/tatup.7149.