Dieses dreitägige Studio nutzt kollektive Vorstellungskraft als Methode, um alternative und inklusive Narrative zu erforschen, die auf die anhaltenden globalen Krisen reagieren. Angesichts der Einschränkung politischer, kultureller und sozialer Räume sowie der intersektionalen Unterdrückung zahlreicher Gemeinschaften lädt das Projekt sowohl Forscher:innen als auch Künstler:innen dazu ein, kollektive Interventionen zur Zukunft der Weltordnung zu entwickeln, indem sie sich dialektisch mit (1) dem globalen Diskurs über den Niedergang der „liberalen Weltordnung“ und (2) den Positionen und Praktiken einer dekolonialen Weltgestaltung auseinandersetzen.
Das Projekt fragt: Wie können wir inklusive globale politische und soziale Strukturen denken, ohne traditionelle Ansätze wiederzubeleben, die in westlichen Kanons der liberalen Weltordnung verwurzelt sind? Wie können wir alternative Narrative und Praktiken entwickeln, die auf die anhaltenden globalen intersektionalen Prozesse der Schließung, Ausgrenzung und Spaltung reagieren, die mit der Transformation der liberalen Weltordnung verbunden sind und durch sie verschärft werden? Wie können Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Praktiker:innen über die Diagnose der Misserfolge und Pathologien globaler politischer Institutionen und Strukturen hinausgehen und gemeinsame Strategien entwickeln, um Wege der Solidarität und Versöhnung zu beschreiten?
Wir nehmen Ruha Benjamins Arbeit zur kollektiven Vorstellungskraft als gemeinsamen Ausgangspunkt, um Praktiken und Prozesse der Weltgestaltung zu reflektieren, die Konzepte und Narrative jenseits vorherrschender akademischer Ansätze entwerfen. Das Studio orientiert sich am Prinzip des „Unlernens“, das im dekolonialen Denken und Handeln verwurzelt ist, und entfaltet sich in drei Dimensionen:
- Intern – Ein generativer Workshop-Raum, in dem die Teilnehmenden „Impulse“ geben können – halbstrukturierte Interventionen, die von Vorträgen und Gesprächen bis hin zu Performances, Filmvorführungen oder Demonstrationen reichen – als Antwort auf unser gemeinsames Motiv der Vorstellungskraft inmitten von Verschlossenheit. Diese Interventionen bilden ein kollaboratives und kuratiertes Archiv.
- Extern – Öffentlichkeitsarbeit mit Institutionen und Gemeinschaften in der Gaststadt, um aufkommende Ideen in neuen Medien oder Formaten zu erproben und zum Ausdruck zu bringen.
- Zusammenkunft – Ein abschließendes Treffen, um die Ergebnisse des Studios zu gestalten, von Publikationen über Installationen bis hin zu Podcasts oder zukünftigen Kooperationen.
Organisatoren
Kavi Joseph Abraham, theorist of race and the international order, Durham University
Dennis R. Schmidt, scholar of human diversity and world ordering, Durham University and Joachim Herz Fellow 2024-2025
Teilnehmende
- Azekel, singer, songwriter, producer
- Oumar Ba, political scientist of violence, race, and the human condition, Cornell University
- Matthew Covey, arts advocate, attorney, and activist
- Cara New Daggett, writer and researcher on energy, sustainability, and the climate crisis, University of Hamburg
- Adom Getachew, political theorist of race, diaspora, and indigeneity, University of Chicago
- Jeanne Morefield, scholar of political thought and imperialism, University of Oxford
- Bisrat Negassi, fashion designer, author, and cultural curator
- Annalena Oppel, inequality researcher, London School of Economics and Political Science
- Minna Salami, author, cultural critic, and public thinker
- Tamara Shogaolu, interdisciplinary artist, director, and creative technologist
- Deva Woodly, political scientist of race, economics, and social movements, Brown University
In Kooperation mit


