Die weltweiten Bemühungen in Richtung Dekarbonisierung hat die Energiewende zu einem zentralen Weg zur Bekämpfung des Klimawandels gemacht. Dieser Wandel bringt jedoch auch erhebliche sozioökologische Herausforderungen mit sich, insbesondere in ressourcenreichen Regionen wie Lateinamerika. Die steigende Nachfrage nach kritischen Mineralien – die für Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien unverzichtbar sind – hat zu einer Intensivierung der Rohstoffgewinnung geführt, oft in Gebieten, die ohnehin schon mit Wasserknappheit, Umweltzerstörung und sozialer Ungleichheit zu kämpfen haben.
Dieser Workshop bietet einen kritischen und interdisziplinären Raum, um die Widersprüche und Komplexitäten der Energiewende zu untersuchen. Anhand des Nexus-Ansatzes (Wasser–Energie–Mineralien) werden die Teilnehmenden erörtern, wie der Ausbau erneuerbarer Energiesysteme unbeabsichtigte Umweltbelastungen und gesellschaftspolitische Konflikte hervorrufen kann.
Ziele
- Die Nexus-Methodologie als Instrument zur Analyse der Wechselwirkungen zwischen Wasser-, Energie- und Bodenschätzen vorzustellen.
- Die sozioökologischen Auswirkungen der Energiewende zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf Wasserstress und Rohstoffabbau liegt.
- Die Entstehung von sozioökologischen Konflikten im Zusammenhang mit Bergbau- und Energieinfrastrukturen zu erörtern.
- Über die Rolle der Industriepolitik bei der Gestaltung einer gerechten und nachhaltigen Energiewende nachzudenken.
Inhalte
- Industriepolitik und Steuerung der Energiewende
- Nexus-Methodologie: Konzepte und Anwendungen
- Wechselwirkungen zwischen Wasser, Bergbau und Energie
- Energiewende und Rohstoffabbau
- Sozioökologische Konflikte und territoriale Dynamiken
Programm
11:00 Begrüßung
11:10 – 12:30 FABLE Methodologie
Uwe Schneider (Universität Hamburg): “Integrierte Assessments des Nexus zwischen Ernährung, Wasser, Bioenergie und Natur”
Katya Perez Guzman (International Institute for Applied Systems Analysis IIASA): “Der Wasser-Bergbau-Energie-Nexus in Mexiko: Erkenntnisse aus dem FABLE-Rechner“
Moderation: Isabel Rodríguez Peña (HIAS fellow, Universidad Nacional Autónoma de México)
12:30– 13:30 Mittagsimbiss am HIAS
13:30 –15:00 Extraktivismus in Lateinamerika
Isabel Rodríguez Peña (HIAS fellow): “Das sozioökologische Paradoxon der Energiewende: Mineralienbedarf, Wasserknappheit und sozioökologische Konflikte in Mexiko“
Kommentare von Kristina Dietz (Universität Kassel, Direktorin Centre for Advanced Latin American Studies CALAS)
15:00 –15:30 Kaffeepause
Veranstaltungsort
HIAS Mittelweg 161