Oktober 2026 – März 2027

Andreas Weber

Biologie & Philosophie, Forscher und Schriftsteller

Projekt am HIAS

Das Geschenk des Lebens. Eine ökologische Theologie der Gabe

Leben ist einerseits irreduzibel erfahrend, andererseits fundamental geteilt. Was Organismen tun, lässt sich als das Bereitstellen von Lebensmöglichkeiten für andere Organismen verstehen, als beständige Gabe des Geschenks des Lebens durch den eigenen Lebensvollzug. Ökosysteme lassen sich so als Allmenden verstehen. Eine Allmende ist ein Prozess gegenseitig gespendeten Lebens. Was sagt der fundamentale Status des Schenkens, der Gabe des Lebens, über die Natur der Wirklichkeit selbst aus? Was für eine Wirklichkeit haben wir vor – um, in, als – uns, wenn es dieser um das Austeilen der Gabe des Lebens geht?
 
Sein Tandempartner ist Frank Adloff, Professor für Soziologie, insbesondere Dynamik und Regulierung von Wirtschaft und Gesellschaft, sowie Direktor der DFG Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit“ an der Universität Hamburg.

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Andreas Weber

Förderung

Das HIAS-Fellowship wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern der Universität Hamburg finanziert. 

Tandem

Prof. Dr. Frank Adloff, Soziologie, Universität Hamburg

Biografie

Andreas Weber ist Biologe, Philosoph und Autor. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht eine Neubewertung unseres Verständnisses vom Leben als gefühlter, geteilter und heiliger existenzieller Dimension. Nach seiner Promotion in Kulturwissenschaften (Betreuer: Hartmut Böhme, Francisco Varela) arbeitete Andreas als Reporter, Feuilletonist und Redakteur für bedeutende deutsche Zeitschriften und Zeitungen (u.a. GEO, Merian, FAZ, DIE ZEIT), bevor er eine produktive Karriere als Autor und öffentlicher Intellektueller begann. Andreas ist Gastdozent an verschiedenen deutschen und internationalen Universitäten, insbesondere an der Universität der Künste Berlin. Derzeit ist Andreas Gastprofessor an der Universität der Gastronomischen Wissenschaften (UNISG) in Pollenzo, Italien, sowie am Institute for Doctoral Studies in the Visual Arts (IDSVA) in Portland, Maine, USA. Er hat mehr als fünfzehn Bücher auf Deutsch und Englisch veröffentlicht (die in verschiedene Sprachen übersetzt wurden), zuletzt “Butterfly Means Soul” (Gometra Press) im Frühjahr 2026.

Andreas Weber schlägt vor, alle Organismen als Subjekte mit eigener innerer Erfahrung zu betrachten – und entsprechend zu behandeln – und somit die Biosphäre als eine bedeutungsstiftende und poetische Realität zu verstehen. Nach einem Diplom in Meeresbiologie promovierte Andreas in Kulturwissenschaften mit einer Untersuchung, wie Bedeutung und existentielle Erfahrung als biologische Phänomene und demgemäß Kultur als Ausdruck von Lebendigkeit betrachtet werden können (Betreuer: Hartmut Böhme, Francisco Varela). Zusammen mit Francisco Varela hat er herausgearbeitet, dass empfundene Bedeutung und existenzielle Intentionalität als Kernkriterien des Lebens und der Kognition betrachtet werden müssen. Andreas ist zudem eng mit dem Projekt einer Metaphysik der Commons verbunden, die von der Biosphäre als lebensspendendem, co-kreativem Prozess inspiriert ist. Die Beobachtung, dass Leben als ein Prozess verstanden werden kann, der im Empfangen und Weiterschenken der Gabe des Lebens besteht – und die Parallelen dieser Idee in mystischen Konzeptionen der Wirklichkeit (Meister Eckhart, Ibn al-Arabi), haben Andreas zu seinem aktuellen Projekt einer ökologischen Theologie der Gabe geführt.

Andreas Webers HIAS-Fellowship wird aus Mitteln des Bundes und des Landes Hamburg finanziert, die die Universität Hamburg im Rahmen ihrer Exzellenzstrategie eingeworben hat.

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