Oktober 2026 – Februar 2027

Ida Nikou

Soziologie, SUNY Stony Brook University

Projekt am HIAS

Akkumulation unter Zwangsbedingungen: Umstrukturierung des fossilen Sektors und infrastrukturelle Vulnerabilität im Iran 

Am HIAS untersucht Ida Nikou, wie Sanktionen die Produktions- und Exportkreisläufe der petrochemischen Industrie im Iran neu ordnen. Das Projekt beleuchtet, wie Beschränkungen in den Bereichen Finanzen, Handel und Technologie die staatliche Politik und die Investitionsprioritäten in der Produktions- und Exportinfrastruktur prägen. Es geht der Frage nach, inwiefern Bemühungen zur Sicherung von Exporten und Deviseneinnahmen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verstärken und zugleich die Risiken entlang zentraler Häfen, Pipelines und Transportwege erhöhen können. Anhand von politischen Dokumenten sowie Branchen- und Infrastrukturdaten verfolgt die Studie diese Prozesse über Zeiträume hinweg, in denen die Sanktionen verschärft wurden.

Ihr Tandempartner ist Eckart Woertz, Direktor des GIGA Instituts für Nahost-Studien und Professor für Zeitgeschichte und Politik des Nahen Ostens an der Universität Hamburg.

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Ida Nikou

Förderung

Das HIAS-Fellowship wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern der Universität Hamburg finanziert. 

Tandem

Prof. Dr. Eckart Woertz, Nahost-Studien, German Institute for Global and Area Studies (GIGA)

Biografie

Ida Nikou begann ihre akademische Ausbildung im Iran, wo sie einen Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik erwarb, bevor sie sich der Soziologie zuwandte. Später erwarb sie einen Master-Abschluss in Soziologie an der University of Houston und promovierte im Jahr 2025 in Soziologie an der Stony Brook University (SUNY), wo sie als Dozentin tätig war. Für ihre Doktorarbeit erhielt sie ein Judith-Tanur-Stipendium sowie den „President’s Award for Excellence in Teaching by a Graduate Student“ der Stony Brook University. Sie ist als Redakteurin des „Global Labour Journal“ tätig, und ihre öffentlichen Beiträge erschienen in MERIP, der „Global Labour Column“ und bei Jadaliyya.

Ida Nikou arbeitet an der Schnittstelle von internationaler politischer Ökonomie, Entwicklungs- und Arbeitsforschung. In ihrer Arbeit untersucht sie die Akkumulation unter Zwangsbedingungen und geht der Frage nach, wie Sanktionen die Entwicklung im Rahmen einer ungleichen Integration in die Weltwirtschaft neu gestalten. In ihrer Dissertation hat sie aufgezeigt, wie Sanktionen und Finanzialisierung die industriellen Arbeitsverhältnisse und die kollektive Macht der Arbeitnehmer:innen im Iran neu gestaltet haben. In späteren Arbeiten erweitert sie die Analyse auf sektorale Umstrukturierungen und Klassenungleichheiten, die durch wirtschaftliche Umstrukturierungen unter Sanktionen hervorgerufen werden. Ihr jetziges Projekt erweitert diesen Forschungsansatz auf die Infrastrukturen, die die Akkumulation unter Sanktionen organisieren und aufrechterhalten.

Ida Nikou ist HIAS – Käte Hamburger Kolleg Research Fellow mit dem Schwerpunkt ‚Rohstoffwelten–Kulturen im Umbruch‘. Ihr HIAS-Aufenthalt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern der Universität Hamburg finanziert. Im Anschluss an ihre Zeit in Hamburg setzt sie ihre Forschung an der Universität Kassel fort.

Bildinformation

NASA Earth Observatory image by Jesse Allen, using EO-1 ALI data provided courtesy of the NASA EO-1 team