Oktober 2025 – Februar 2026

Nicoletta Bruno

Altertumswissenschaften, Universität Basel/ University of Liverpool

Projekt am HIAS

Die Eroberung des Aztekenreichs in Peter Martyrs De Orbe Novo Decades. Klassische Tradition und christlicher Providentialismus

Nicoletta Bruno arbeitet am HIAS an einem Buch, das das vierte und fünfte Jahrzehnt von Peter Martyr d’Anghieras De Orbe Novo Decades (1530) untersucht, der frühesten lateinischen Erzählung über die Entdeckung der Neuen Welt und die spanische Eroberung des Aztekenreichs. Sie wird untersuchen, wie Martyr klassische Bezüge und christliche Vorsehungsgedanken in seinen Bericht integriert und damit eine kritische Neubewertung der frühen kolonialen Geschichtsschreibung vornimmt. Indem sie seine Erzählung in einen Dialog mit zeitgenössischen indigenen Quellen stellt, zielt ihre Forschung darauf ab, alternative Perspektiven aufzudecken und eurozentrische Interpretationen in Frage zu stellen, und so Martyrs zentrale Rolle bei der Gestaltung der frühmodernen Ansichten über Amerika zu bekräftigen.

Ihre Tandempartnerin ist Claudia Schindler, Professorin für Klassische Philologie (Latein) an der Universität Hamburg.

Website

Nicoletta Bruno

Förderung

Das HIAS-Fellowship wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern der Universität Hamburg finanziert. 

Tandem

Prof. Dr. Claudia Schindler, Klassische Philologie (Latein), Universität Hamburg

Nicoletta Bruno ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für antike Kulturen der Universität Basel und Honorary Research Fellow an der Universität Liverpool. Sie promovierte in Klassischer Philologie an der Universität Bari „Aldo Moro“ und forschte auch an den Universitäten in Oxford und Freiburg. Sie erhielt zahlreiche prestigeträchtige Stipendien und Forschungszuschüsse, darunter das Fritz-Thyssen-Postdoktorandenstipendium (an der LMU München), das Basler Stipendium für lateinische Literatur und ein Forschungsstipendium der International Society for the History of Rhetoric. Darüber hinaus forschte sie an führenden Institutionen wie dem Thesaurus Linguae Latinae (BAdW), dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald und dem Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Philologie an der Universität Innsbruck.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind lateinische Epik (Lukrez und Vergil), antike Geschichtsschreibung (Tacitus), lateinische Lexikographie, die klassische Tradition und der Renaissance-Humanismus mit besonderem Schwerpunkt auf dem Werk von Peter Martyr d’Anghiera. Sie hat zahlreiche Artikel und Bücher veröffentlicht, darunter einen Kommentar zu Lukrez‘ De rerum natura (5, 1110-1349) (Bautz, Nordhausen, 2020) und einen Sammelband, Archaeologies, Origins, Antiquities: Narrating Early Cultural History in Ancient Greece and Rome (De Gruyter, Berlin/Boston, 2025).

Nicoletta Brunos HIAS-Fellowship wird aus Mitteln des Bundes und des Landes Hamburg finanziert, die die Universität Hamburg im Rahmen ihrer Exzellenzstrategie eingeworben hat.