#Thursday Colloquium mit Eva Horn
Der Begriff „Anthropozän“ formuliert die Einsicht, auf einer vom Menschen tiefgreifend veränderten Erde zu leben. Die Frage ist, wie sich diese Einsicht ästhetisch bearbeiten und reflektieren lässt. Die These ist, dass dies nicht auf einer Ebene der Thematisierung von Krisensymptomen (Klimawandel, Artenverlust und ökologischen Desastern) geschehen kann, sondern sich vor allem in der Form vom Kunstwerken niederschlagen muss, die die Dimensionen dieser Krise adäquat erfassen. Eva Horns Vortrag behandelt zunächst einige der Schwierigkeiten, die sich einer Ästhetik des Anthropozäns stellen. Eine davon ist die Frage nach den Größenordnungen, in denen die Transformation des Planeten stattfindet. Eine Gattung, die ganz besonders mit „Größe“ in Verbindung gebracht wurde, ist das Epos. Im Anschluss an Vorschläge von Amitav Ghosh wäre zu fragen, was „epische Formen“ im Anthropozän sein könnten und wie sie in der Gegenwartsliteratur auftauchen.
Die Veranstaltung richtet sich an Fellows und ihre Tandempartner:innen.
Bildinformation
Aus: Camille Flammarion: L’Atmosphère, Paris 1888.