Projekt am HIAS
Feministische Praktiken der disruptiven Aneignung von Technologie im Kontext prekärer Beschäftigungsverhältnisse und Autoritarismus
Die Formen geschlechtsspezifischer politischer Gewalt gegen weibliche Führungskräfte haben sich vor allem über Online-Plattformen und soziale Medien in lateinamerikanischen Ländern vervielfacht. Die Forschung konzentriert sich auf Arbeitnehmerinnen in prekären Sektoren (öffentlicher Dienst, digitale Plattformen, Pflegeberufe). Einerseits soll eine Bandbreite an Gewaltausprägungen – insbesondere solche, die über digitale Kanäle zum Ausdruck kommen – gegenüber Gewerkschaftsführerinnen dokumentiert werden. Andererseits zielt die Untersuchung darauf ab, die Reaktions- und Widerstandsformen zu identifizieren, die durch die Vernetzung von Arbeitnehmerinnenorganisationen und feministischen Organisationen entstehen, die für digitale und Arbeitsrechte sowie gegen geschlechtsspezifische Gewalt kämpfen. Das Projekt wird die Verbindungen zwischen Technopolitik und künstlerischen Praktiken untersuchen, um feministische Zukunftsvisionen in der Arbeitswelt neu zu entwerfen.
Biografie
Florencia Partenio hat an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Buenos Aires in Sozialwissenschaften promoviert. Sie leitet die Forschungsgruppe für Gender Studies, feministische Ökonomie und Technologien am Zentrum für Studien zur digitalen Gesellschaft (CESDi) der Interdisziplinären Hochschule für fortgeschrittene Sozialwissenschaften der Nationalen Universität San Martín (UNSAM). Seit der Gründung des Forschungszentrums im Jahr 2024 ist sie dessen Direktorin. Sie lehrt im Seminar „Frauenrechte und politisches Handeln aus feministischer Perspektive“ im Masterstudiengang Feministische Studien an der Nationalen Universität San Martín, und sie ist akademische Koordinatorin des Diplomstudiengangs „Künstliche Intelligenz, Plattform und digitale Gesellschaft“ an der Universität San Martín. Seit 2020 ist sie Koordinatorin des Forschungs- und Advocacy-Projekts „Feministische digitale Gerechtigkeit“ des Global-South-Netzwerks DAWN. Darüberhinaus ist sie Autorin zahlreicher Forschungsprojekte zu den Arbeitsbedingungen von Frauen, Verschuldung, wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten, Veränderungen in der Arbeitswelt sowie den Auswirkungen digitaler Plattformen und künstlicher Intelligenz. Florencia Partenio ist Vorsitzende der Argentinischen Vereinigung für Forschung in Frauengeschichte und Gender Studies. Zuvor war sie 15 Jahre lang als Koordinatorin für Technologietransferprojekte im frauengeführten Produktions- und Genossenschaftssektor tätig. Außerdem gehörte sie zu Schulungsteams für Gewerkschaften, die sich mit der Prävention von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz, einschließlich geschlechtsspezifischer Gewalt, befassten.
Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen:
- Feministischer digitaler Aktivismus im globalen Süden: Strategien und Bewegungsaufbau
- Digitalisierung, KI und Plattformen in der Arbeitswelt: Geschlechtergleichstellung in der Plattformökonomie
- Arbeitsrechte, digitale Rechte und Menschenrechte
- Die Verbindungen und Zusammenhänge zwischen der feministischen Bewegung und der Arbeiterbewegung während sozioökonomischer Krisen in Südamerika
- Technopolitik und künstlerische Praktiken zur Neugestaltung feministischer Zukunftsvisionen in der Arbeitswelt
Florencia Partenios HIAS-Fellowship wird aus Mitteln des Bundes und des Landes Hamburg finanziert, die die Universität Hamburg im Rahmen ihrer Exzellenzstrategie eingeworben hat.
